Kapitel II. ftg(j
schungen der HH. Marsden und Venture die Aufmerk-samkeit der Gelehrten auf die Berberen geheftet haben,welche, wie die slavischen Völker, eine unermesslicheLandstrecke im nördlichen Afrika einnehmen, hat man er-kannt, dafs mehrere guanische Worte gemeinschaftlicheWurzeln mit den Worten der Dialekte Chilha und Gebalihaben.*) Wir führen dabey als Beyspiele an :
Himmel, aufGuanisch, Tigot, aufBerberisch, Tigot
Milch —- AIiq —-- Acho
Gerste •— —• —■ Temasen — —* Tomzeen
Korb — — — Carianas — — Carian
Wasser — — —■ Aenum • — Anan.
Ich zweifle, ob diese Aehnlichkeit eine Gemeinschaftdes Ursprungs beweist; aber sie zeigt alte VerbindungenZwischen den Guanen und Berberen an, einem Gebirgs-volk, mit welchem die Numidier, die Getuler und Ga-ramanten verschmolzen sind, und das sich vom östlichenEnde des Atlas, durch das Harudje und Fezzan, bis zuden Oasen von Syuah und Audjelah fortzieht. Die Ein-'gebornen der canarischen Inseln nannten sich Guanen,von Guan , Mensch , wie die Tongusen sich pye unddonki nennen, Worte, welche die nämliche Bedeutungwie Guan haben. Uebrigens sind die Nationen, welchedie berberische Sprache reden, nicht von einer Rafe;und die Beschreibung, welche ScyIux in seinem Periples vonden Einwohnern von Cerne gibt, einem Hirtenvolk vonschlanker Taille und langen Haaren, erinnert an die Züge,welche die guanischen Ganarier bezeichnen.
Jemehr man die Sprachen unter einem philosophischen.^Gesichtspunkt studirt, desto mehr beobachtet man, dafs kei-ne derselben ganz isolirt ist; die Sprache der Guanen **)
*) Adelung und Vater, Mithridates , T. III. ja. 60.
**) Nach den Untersuchungen ^es Hrn, Vater 2eigt die gu&nisch«Alex. v. Humboldts hist. Reise. I. « Q