Band 
Erster Theil.
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Buch L

ke bewohnt. Es schien uns, die Natur habe in diesemArchipel, wie in allen gebirgigen und vulkanischen Län-dern ihre Wohlthaten sehr ungleich vertheilt. Die cana-rischen Inseln leiden im Durchschnitt Mangel an Wasser ;aber überall, wo es Quellen, künstliche Wässerungen oderhäufige Regen gibt, ist der Roden von der gröbsten Frucht-barkeit. Das niedere Volk ist arbeitsam, aber seine Thä-tigkeit entwickelt sich mehr in entlegenen Colonien alsauf Teneriffa , wo es Hindernisse vorfindet, welche eineweise Verwaltung allmählig entfernen könnte. Die Aus-wanderungen werden sich vermindern, wenn man dahingelangt, die unbebauten, Domainengüter unter Privatp'ei'-soneti zu vertheilen, diejenigen zu verkaufen, welche anMajorate grofser Familien gebunden sind, und nach undnach-die Feudalrechte aufzuheben.

Die gegenwärtige Bevölkerung der canarischen In-seln erscheint ohne Zweifel unbedeutend, wenn man siemit derjenigen mehrerer Gegenden Europas vergleicht.Die Insel Malta, deren fleifsige Bewohner einen beynahvon Erde entblösten Felsen bewohnen, ist siebenmal klei-ner als Teneriffa , und doch ist sie um das Doppelte be-völkert 5 aber die Schriftsteller, welche sich darin ge-fallen, die Entvölkerung der spanischen Colonien mit solebhaften Farben zu schildern, und welche ihre Ursacheder geistlichen Hierarchie zuschreiben, vergessen, dafsseit der Regierung Philipps V. die Anzahl der Einwoh-ner überall mehr oder weniger reissend zugenommen hat.Schon ist die verhältnifsmäfsige Bevölkerung auf den ca-narischen Inseln grüfser als in beyden Castilicn, in Estre-madura und in Schottland . Der ganze Archipel stelltvereinigt ein gebirgiges Land dar, dessen Fliichenraumum ein Siebentheil kleiner ist als jener der Insel Corsica,und der doch die nämliche Anzahl von Einwohnern er-nährt.