302
Buch I.
Aufenthalts in den spanischen Golonien sah ich’ mehrereKauffarthey-Schiffe ankommen, welche die Furcht vorden Corsaren bestimmt hatte, den schiefen Weg-zu wäh-len, und deren Ueberfahrt aufserordentlich kurz war:doch nur nach wiederholten Erfahrungen wird man mitGewifsheit über einen Gegenstand entscheiden können,welcher wenigstens eben so wichtig ist , als die Wahl desMeridians, in welchem man den Aecjuator bey der Schiff-fahrt von Europa nach Buenos Ayres oder nach dem GapHorn durchschneiden inufs.
Nichts .gleicht der Schönheit und Milde des Klimas inder Aequinoclial-Gegend des Oceans. Während der regel-mäfsige Wind stark wehte, hielt sich der Wärmemesser denTag über auf 2.5 und 24 Graden, und während der Nachtzwischen 22 und 22,5 Graden. Um allen Reiz dieserglücklichen, dem Aecjuator nahen, Gegenden vollkommenzu empfinden, mufs man in einer sehr rauhen Jahres-zeit die Reise von Acapulco oder von den Rüsten von Chilinach Europa gemacht haben. Welcher Contrast zwi-schen cfon stürmischen Meeren der nördlichen Brei-ten und diesen Gegenden, wo die Ruhe der Natur nie-mals gestört wird! Wenn die Rückkehr von Mexico oder von dem südlichen Amerika nach den Rüsten vonSjianien eben so schnell und angenehm wäre, als dieUeberfahrt von dem alten in den neuen Continent, sowürde die Zahl der Europäer, welche sich in den Co-lonien niedergelassen haben, weit unbeträchtlicher seyn, alswir es gegenwärtig sehen. Das Meer, welches die azori-schen und bermudischen Inseln umströmt, und welchesman durchschifft, wenn man in hohen Breiten nach Euro-pa zurückkehrt^ wird von den Spaniern durch die son-derbare Benennung Golfo de hts Yegnas *) bezeichnet.
*) Golf der Lastthierc.