Kapitel IV. 471
ders Cassien, deren Zahl in dem südlichen Amerika -sogrofs ist^ dafs wir auf unsern Reisen mehr als dreyfsig neueArten derselben gesammelt haben.
Wenn man die Vorstadt verlässt, und den Flufs süd-lich hinaufgeht, findet man zur.,'t ein Wäldchen von Cac-tus, hierauf einen schönen , Platz, der von Tamarinden,Brasillholzbäumen, Baumwollenbäumen, und andern durchihre Blätter und Blumen merkwürdigen Gewächsen be-schattet wird. Der Boden liefert hier gute Weiden, woMelkereyen, von Schilfrohr erbaut, durch dichte Gruppenvon Bäumen von einander getrennt sind. Die Milch bleibt,wenn man sie aufbewahrt, frisch, nicht in den Früchtendes Flaschenkürbisbaums * *), die ein Gewebe von sehrdichten Holzfasern haben, sondern in Gefassen von porö-sem Thon von Maniquarez. Ein Vorurtheil, das in denLändern des Nordens verbreitet ist, machte mich glauben,dafs die Kühe in der heifsen Zone keine sehr fette Milchgeben; aber der Aufenthalt in Cumana und besonders dieReise durch die weiten Ebenen des Calabozo , die mit Grä-sern und krautartigen Sensitiven bedeckt sind, belehrtenmich, dafs die wiederkäuenden Thiere Europas sich voll-kommen an die heifsesten Gliinate gewöhnen, wenn sienur Wasser und eine gute Nahrung vorfinden. Die Milchist vortrefflich in den Provinzen Neu-Andalusien, Barcel-lona und Venezuela , und oft ist die Butter besser in denEbenen der Aequinoctial-Zone als auf den Rücken der An-den, wo die Alppflanzen, die in keiner Jahrszeit eine hin-reichend hohe Temperatur geniefsen, weniger gewürzhaftsind, als in den Pyrenäen , den Gebirgen von Estramadüraund Griechenland .