Kapitel 2CIF . 11
eines der verderblichsten Erdbeben, deren die Ge-schichte Erwähnung thut, zerstört ward. Wie liefsesich’s bey diesem Zusammentreffen der Erscheinungenbezweifeln, dafs die aus den kleinen Mündungen oderVentanillas des Vulcans von Pasto aufsteigenden Dünstemit dem Drucke der elastischen Flüssigkeiten Zusam-menhängen, die den Boden des Königreichs Quito er-schüttert, und in wenig Augenblicken dreyfsig- bis
vierzigtausend Einwohnern den Untergang gebrachthaben?
Um die mächtigen Wirkungen der vulcanischenReactionen zu erklären, um darzuthun, dafs die Gruppeoder das Fiilcanen-Systein der Antillen von Zeit zu Zeitdas Festland zu erschüttern vermag, muffte ich der An den -Cordillere Erwähnung thun. Geologische Vermu-thungen mögen nur durch' Analogie neuer und dem-nach unzweydeutig bewährter Th&tsachen unterstütztwerden; und in welch’ anderem Erdstriche liefsen sichvulcanische Erscheinungen wahrnehmen, die zugleichgröfser und mannigfaltiger wären, als in dieser durch’sFeuer emporgehobenen doppelten Bergkette, in diesemLande, wo die Natur über jeden Berggipfel und jedesThal die Fülle ihrer Wunder ergossen hat? Betrachtetman einen entzündeten Krater als eine abgesonderte Er-scheinung, zieht man allein nur die Masse seiner aus-geworfenen steinartigen Erzeugnisse in Betrachtung, sokann uns die vulcanische Wirksamkeit auf der gegen-wärtigen Oberfläche des Erdballs weder sehr mächtignoch sehr ausgedehnt erscheinen. Allein die Vor-stellung des Bildes dieser Wirksamkeit vergröfsertsich, nach Mafsgabe wie wir die Verhältnisse erfor-schen, welche die Vulcane einer gemeinsamen Gruppeuntereinander verbinden, zum Beyspiele diejenigenvon Neapel und Sicilien, jene der canarischen In-