Band 
Dritter Theil.
Seite
51
JPEG-Download
 

K a p i t e l XF~. Öl

in der Geschichte des Landes berühmten Thal de laPascua *) sowohl, als von den vormaligen Goldminenvon Baruta und Oripoto. Im Aufsteigen nach Carapa geniefst man nochmals der Ansicht der Silla, die sichals eine gewaltige, gegen das Meer steil abgeschnitteneKuppel darstellt. Dieser abgerundete Gipfel und dereiner Mauer gleich gekerbte Kamm des Galipano sindin diesem, aus Gneifs und Glimmerschiefer gebildetenBecken die einzigen Formen, welche der LandschaftEigenthümlichkeit gewähren. Die übrigen Bergspitzenhaben eine traurig einförmige Gestaltung. Eine kurzeWeile, ehe man ins Dorf Antimano kommt, stöfst manrechterseits auf eine sehr merkwürdige'geologische Er-scheinung. Zum Behuf eines neuen, in den Felsen ge-hauenen Weges wurden zwey mächtige Gneifsgänge imGlimmerschiefer zu Tage gelegt. In heynahe senkrech-ter Lage durchschneiden sie alle Schichten des Glimmer-schiefers **), und sind 6 bis SToisen dicht. Diese Gängeenthalten nicht Bruchstücke, sondern Kugeln von Ur-Grünstein ***) mit concentrischen Schichten. Diese

*} Thal der Cortes oder Ostcrthal , das diesen Namen daherträgt, weil Diego de I.osada, nachdem er die Tekes-Indianerund ihren Kaziken Guaycaypuro in den Bergen von Sah Pedrogeschlagen hatte, im Jahr 1567 daseihst die Ostcrlagc zu-brachte, ehe er ins Thal von San Francisco vordrang, woer die Stadt Caracas anlegte. {Oviedo , p. 252 .}

**} Die Richtung des Glimmerschiefers ist St. 12, 2; die Sen-kung 72 0 östlich. Die Gneifs- und sogar auch Granit-Gangeeiner neuen Formation kommen sehr häufig im sächsischen Erzgebirge vor, das, wie wir früher schon bemerkt haben,viele Aehnlichkeit mit der Gegend von Caracas hat. Granit-gängc kommen im Gneifs zu Geyer und im Glimmerschieferzu Johanngeorgenstadt vor.

***} Diabase grenue. Ich erinnere mich, ähnliche Kugeln, dieeinen Gang im'Uebergangsschiefer füllten, in der Nähe des