Band 
Dritter Theil.
Seite
52
JPEG-Download
 

52

Buch V.

Kugeln bestehen aus einer innigen Mischung von Horn-blende und blättrigem Feldspath. Der Feldspath gleichtzuweilen dem glasigen Feldspath, wenn er in sehr dün-nen Blättern in einer Masse von zersetztem und einenstarken Thongeruch ausdünstendem Ur-Grünstein zer-streut ist. Der Durchmesser der Kugeln ist sehr un-gleich, und beträgt bald nicht über 4 bis 8 Zoll, baldsteigt er auf 3 bis 4 Fufs an : ihr Kern ist dichter, ohneconcentrische Schichten und von schwärzlichtem Bou-teillen-Grün. Ich fand keinen Glimmer darin, hingegen,was sehr merkwürdig ist, viele zerstreute Granaten.Diese Granaten, von schön rother Farbe, kommen nurim Grünstein allein vor, und weder im Gneifs, der denCement der Kugeln bildet, noch in dem Glimmer-schiefer, den die Gän^e durchziehen. Der Gneifs, des-sen Bestandtheile sich in einem Zustand von unvollkom-menem Zusammenhang (desagregation considerable) be-finden, enthält grofse Feldspathkrystallen 5 und, obgleicher die Gangmasse im Glimmerschiefer bildet, wird erselbst doch hinwieder von Quarzadern durchzogen, diezwey Zoll dicht und von einer ganz neuen Formationsind. Der Anblick dieser Erscheinung hat etwas selt-sames : man möchte sagen, Kanonenkugeln seyen ineiner Felsenmauer eingefafst. Ich glaubte hinwieder inder nämlichen Gegend, auf der Montanna de Avila und am weifsen Vorgebirg, auf der Ostseite von Guayraeinen Ur-Grünstein, mit etwas Quarz und Schwefelkiesgemengt, aber ohne Granaten, nicht in Gängen, son-

Schlosses Schauenstein im Marhgrafthum Bayreuth gesehenzu hahcn. Ich habe mehrere Kugeln von Antimano an daskönigliche Kabinet nach Madrit übersandt. Siehe die Be-schreibung der geologischen Sammlung aus Caracas in mei-nem Schreiben an Don Joseph Clavijo. (Annales de hist./ nat., Tom. II, p. 262 271.)

1