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Buch V.
Latten vier Sclaven ihre Schlafstätte, und das Innereglich einer Kaserne. Im Hof der Meyerey brannten einDutzend Feuer, an denen gekocht ward. Die lärmendeFröhlichkeit der Schwarzen war uns abermals auffallend,und störte uns am Schlafe. Der bewölkte Himmel ge-staltete keine Stern - Beobachtungen: der Anblick derLandschaft war traurig und einförmig, und alle um-stellenden.Hügel von Magueys überdeckt. Man arbei-tete an einem kleinen Abieilungs - Canal, welcher derMeyerey, über 70 Fufs hoch, die Gewässer des Rio SanPedro zuführen sollte. Einer barometrischen Beobach-tung zufolge steht der Boden der Hacienda mehr nichtals 5 o I'oisen über dem Bett des Bio Guayre zu la INoria,nahe bey Caracas erhöhet.
Das Erdreich dieser Gegenden hat sich wenig gün-stig für die Cultur des Kaffeebaums erzeigt, der über-haupt im Thal von Caracas einen minderen Ertrag giebt,als man anfangs, zur Zeit seiner ersten Pflanzungen inder Nähe von Chacao, geglaubt hatte. Um sich einenallgemeinen Begriff von der Wichtigkeit dieses Handels,zweiges zu machen, mufs man sich erinnern, dafs dieganze Provinz von Caracas , im Zeitraum ihres gröbstenWohlstandes, vor den Revolulionskriegen von 1812, be-reits fünfzig- bis sechzigtausend Centner Kaffee erzeugthat. Dieser, den vereinten Ernten von Guadeloupeun,d Martinique beynahe gleichkommende Ertrag mufsum so beträchtlicher erscheinen, wenn man weifs, dafserst seit 1784 ein achlungswerther Bürger, Don Bartiio-lomeo Blandin, die Einführung dieses Culturzweigs aufden Küsten der Terra-Firma versucht hatte. Weil Hr.Depons, in seiner statistischen Beschreibung derGeneral-Kapitainschaft von Venezuela , über den Zustand desHandels und der Landwirthschaft nur bis zum Jahr 1804Nachrichten geben konnte, so dürfte es angenehm seyn,