Kapitel Wl'I.
sind. Ein überaus großer Alpensee zeichnet Jas Beckenvon Tiahuanaco oder Titicaca aus : diese Erscheinungist um so merkwürdiger, als in Süd-America jene Süfs-vvasser-Behälter heynahe ganz mangeln, welche in dertrocknen Jahrszeit andauernd sind und die am Fuße dereuropäischen Alpen, am nördlichen wie am südlichen Ab-hang, vorhanden sind. Die übrigen Becken der Anden,zum Beyspiel die von Jauja, vom Ober - Maragnonund vom Cauca, ergießen ihre Gewässer in natür-liche Kanäle, welche aß eben so viele Spalten könnenangesehen werden, die theils an dem einen Ende desBeckens *), theils an seinen Rändern. **), fast in Mitteeines Seitenastes vorfindlich sind. Ich mußte auf diesegegliederte Gestaltung der Anden, auf diese Knotenoder Quergräten, auf diese lange Reihenfolge der Bin-nenhecken, vom Potosi in Ober-Peru an, bis zum Saltode San Antonio in der Provinz von Antioquia, ^ um somehr Gewicht legen, als wir, in. derjenigen Fortsetzungder Anden, welche Cordilleren des Küstenlandes vonVenezuela heißen, die nämlichen Querdämme und dienämlichen Erscheinungen wiederholt antreifen werden.
Die Theilung der Anden und aller großen Bergmassen in mehrere Gebirgsäste verdient eine besondereBeachtung, hinsichtlich der größeren oder geringerenHöhe, auf der sich die Grundfläche der enclavirten Beckenoder Kängenthäler erhält. Die Geologen haben sich bis-dahin vielmehr mit den successiven Verengerungen die-ser Becken, mit ihrer verhältnifsmäfsigen Tiefe zu denFelsmauern, womit sie eingefaßt und mit dem gegensei-
®) Becken vom Amazonenstrom und vom Cauca.
**.) Becken von Torma oder vom Rio Jauja, seitwärts östlichdurch den Mantarö gebrochen; Becken von Almaguer, seit-wärts westlich vom Rio de Patias gebrochen.