554
Buch IX.
dehnung, wahrzunehmen ist , es sey die Pachtung ,seltener die Einsenkung, durch ein System absonder-lieber Kriijle bestimmt worden. In sehr grolsen Ent-fernungen wird ein Parallelismus CEoxodromism') vonSchichten, eine Richtung wahrgenommen, deren Nor-malverhältnifs sich mitten in den partiellen Störungendarstellt und oftmals unverändert bleibt im Urgebirg undim Uebergangsgebirg. Ziemlich allgemein wird, wasbereits schon Palassou und Saussure als auffallende That-sache erkannt hatten, die Richtung der Schichtern , selbstderer, die von den Hauptkämmen sehr entfernt liegen,identisch gefunden mit der Richtung der Bergketten, daswill sagen, mit ihrer Längenachse.
Wenn ich, in irgend einem gegebenen System vonGebirgsarten, die Verhältnisse erforscht habe, welchedie Richtung der Schichten darbictet, zum Meridiansowohl als zum Horizont des Ortes, so habe ich mir,für jedes Land, nachfolgende Fragen vorgelegt: Läfstsich eine übereinstimmende Richtung, ein Eoxodromismusder Schichten wahrnehmen, welcher eine weite Aus-dehnung befafst, oder sind die Störungen so häufig, dafs keinGesetz sich darstellt? Findet sich eine gleichzeitige Be-ständigkeit in der Richtung und in der Einsenkung, oderin den N. 0 . — S. W. gerichteten Schichten? Sind die-selben bald N. W., bald S. O. eingesenkt? Befassen dieGesetze die Formationen verschiedenen Alters, oder wer-den abweichende Verhältnisse der Richtung und der Ein-senkung in den Urgebirgen und Secondargebirgen wahr-genommen ? Sind etwa nicht auch die Störungen selbstbestimmten Regeln unterworfen, so dafs die partiellenRichtungsveränderungen meist 90" betragen, und einegänzliche *) Veränderung der Einsenkung zur Folge ha-
e ) Ich deute auf Fälle hin, wo in einer Bergkette von