156
Buch X
i
sie eine dem Rohrzucker völlig ähnliche Substanz vor Au-gen hätten 5 man schmeichelte sich jedoch mit der Hoff-nung, es würden die hohen Arbeitslöhne in Europa unddie Schwierigkeit, den krystallisirbaren Zucker aus einerso grofsen Masse von vegetabilischer Pulpa zu sondern,das Verfahren im Grofsen unvortheilhaft erweisen. Seit-her ist es der Chymie gelungen, diese Schwierigkeiten zuüberwinden. Frankreich allein nur besafs im Jahr 1812über 200 Fabriken von Runkelrübenzucker, die mit zwarsehr ungleichem Erfolg arbeiteten und deren Ertrag aufeine Million Kilogramme rohen Zuckers anstieg, das willsagen auf einen acht und fünfzigsten Theil des gegenwärti-gen Zuckerconsums in Frankreich . Von diesen 200 Fa-briken sind jezt noch 15 bis 20 übrig, welche, mitEinsicht geleitet, einen Ertrag von 300,000 Kilogr. gewäh-ren. *) Die über europäische Angelegenheiten sehr gutunterrichteten Bewohner der Antillen fürchten sich jeztnicht mehr, weder vor dem Zucker aus Runkelrüben,
*) Obgleich gegenwärtig der Preis des nicht raffinirten Rohr-zuckers in den Häfen 1 Fr- 50 Cent, das Kilogramm be-trägt, so gewährt dennoch die Fabrication des Runkelrüben-zuckers in gewissen Oertlichkeiten, z. B. in der Gegendvon Arras , noch Vortheil. Es würden Anstalten dafür invielen andern Theilen von Frankreich getroffen werden,wenn der Preis des Antillenzuckers auf 2 Fr. oder 2 Fr.50 Cent, das Kilogramm ansteigen, und wenn die Regierungden Runkelrübenzucker mit keiner Abgabe belegen würde,um den Douancn Ersatz zu geben für die Einbufsc, welchesie am Consum vom Colonialzucker erleiden. Die Fabri-cation vom Runkelrübenzucker ist besonders da vortheil-haft, wo sie mit einem allgemeinen System der Landwirth-schaft, mit der Besserung des Bodens und der Viehzuchtln Verbindung tritt; sie ist keineswegs eine von örtlichenUmständen unabhängige Cultur, wie in den Tropenländernmit der Zuckerpflanzung diefs der Fall ist.