Band 
Sechster Theil.
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Kapitel XXVIII.

Cap Cruz näher gelegen, von dem Archipel, den ich be-schreiben will, durch eine-35 Lieues breite offene Seegetrennt. Colurobus selbst hat ihnen diesen Namen ge-geben, als er im Mai 1494, auf seiner zweyten Reise,58 Tage lang zwischen der Pinos-Insel und dem Ost-Cap von Cuba mit Strömungen und Winden zu hämpfenhatte. Er beschreibt die Inselchen dieses Archipels alsVerdes - llenos de arboledas y graciosos * *). Wirklichauch ist ein Theil dieser sogenannten Gärten sehr ange-nehm; mit jedem Augenblick wechseln dem Seefahrerdie Ansichten, und das Grün mehrerer dieser Inselchenerscheint um so freundlicher, als dasselbe gegen andereCayen absticht, die nur weifsen und dürren Sand zei-gen. Diese Sandflächen, wenn sie von den Sonnenstrah-len erwärmt sind, haben ein wellenförmiges Aussehengleich einem Wasserspiegel. In Folge des Contactes mitLuftschichten ungleicher Temperatur stellt sich hier, von10 Uhr Yormittags bis 4 Uhr Nachmittags, eine sehrmannigfache Folgenreihe von Luftspieglung oder Miragedar **). Auch in diesen einsamen Gegenden ist es dasGestirn des Tages, von dem die Landschaft belebt wird,und welches den von seinen Strahlen betroffenen Gegen-ständen Beweglichkeit verleiht, der sandigen Ebene,wie den Baumstämmen und den als Vorgebirge in die

Cruz und dem Hafen von Trinidad gelegen, stehen in kei-ner Verbindung mit den Jardines und Jardinillos de lu Islade Pinos. Zwischen diesen zwey Gruppen von Cayen be-finden sich die Untiefen (placeres) von La Paz und vonXagua.

*) Churchill Coli. p. 560. Pedro Mannoz, Hist, del NuevoMundo, p. 214, 216.

**) Vergl. die von mir in Cumana angesteiiten Messungender aufserordentlichen Refraction, Th. 2, S. 462—473.