Band 
Sechster Theil.
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Buch X.

irgend niedriger als die Ränder. Auf einer aus Sand undzerriebenen Conchylien 5 bis 6 Zoll dichten Schichte,die den aus Madrepor-Fragmenten gebildeten Felsen be-deckt, erhebt sich ein ganzer Wald von Wurzelträgerh(Rhizophora). Von Ferne gesehen möchte man sie nachWuchs und Blättern für Lorbeerbäume halten. DieAvicennia nitida, der Batis, kleine Euphorbien und ei-nige Gräserarten , streben durch ihr Wurzelgewebe denbeweglichen Sand zu befestigen. Was jedoch die Flora*)dieser Corallen-Eylande vorzüglich auszeichnet, das istdie prächtige Tournefortia gnaphalioides von Jacquin, mitden silberfarbenen Blättern, die wir hier zum Erstenmaleantrafen. Es ist eine gesellig lebende Pflanze, ein wahr-hafter Strauch, fünfthalb bis fünf Fuls hoch, dessen Blü-then einen sehr angenehmen Geruch verbreiten. Esschmückt derselbe hinwieder auch den Cayo Flamenco,den Cayo de Piedras und vielleicht die meisten Niederun-gen der Jardinillos. Während wir mit Herborisiren be-schäftigtwaren, suchten unsere Matrosen nachLangousten.Unwillig deren keine zu finden, rächten sie ihr Mifsge-schick, indem sie die Wurzelträger erkletterten und einegewaltige Niederlage unter den paarweise in ihren Ne-stern grugpirten Alcatraz anstellten. Mit diesem Namen be-

*) Wir sammelten: Cenchrus myosuroides, Eupliorbia buxi-folia, Batis maritima, Iresine obtusifolia, Tournefortiagnaphalioides, Diomedia glabrata, Cakile cubensis, Do-lichos miniatus, Parthcnium hysterophorus u. s. w. Dieseleztere Pflanze, die wir im Thale von Caracas und aufden gemäfsigten Plateau’s von Mexico , zwischen 470 und900 Toisen Höhe, angetroffen haben, wächst auf allen Fel-dern der Insel Cuba . Die Einwohner gebrauchen sie füraromatische Bäder und zu Vertreibung der in dem tro-pischen Klima so häufigen Flöhe, In Cumana werden dieBlätter mehrerer Arten der Cassia ihres Geruches wegengegen diese feindseligen Insecten gebraucht.