Schilderung von einzelnen besonders wichtigen Oertlichkeiten etc. 149
Oertlichkeiten vorkommenden Conchylien in folgender'Weise aus. „.
wenigstens ist es sicher, dass seit dem Schluss der neueren pliocenen Pe-riode Madeira und Porto Santo zwei getrennte Inseln bilden, jede in Sichtder anderen und bewohnt von einer Anzahl Landschnecken (helix, pupa,clausilia etc.), die grossentheils von einander verschieden und jeder Inseleigenthümlich sind. Ungefähr 32 fossile Arten sind auf Madeira, 42 aufPorto Santo gefunden, während im Ganzen nur 5 beiden Inseln gemein sind.In jeder sind die lebenden Landschneeken ebenso verschieden und entspre-chen zum grössten Theile den fossilen Arten, die auf jeder Insel besondersVorkommen. Unter den 72 Arten scheinen 2 oder 3 vollständig ausge-storben zu sein; eine grössere Zahl von Arten sind aus der Fauna derMadeira-Gruppe verschwunden, obschon sie noch in Africa oder Europa Vorkommen. Viele, die in der neueren Pliocen-Periode sehr gemein waren,sind jetzt äusserst selten und andere, die früher selten waren, sind nungerade am zahlreichsten vertreten.“
Obgleich das Ergebniss, das aus dem Alter der an den verschiedenenStellen aufgefundenen organischen Resten hervorgeht, später noch ausführ-licher besprochen werden muss, so dürfte es doch angemessen sein hiervorläufig eine Bemerkung einzuschalten. Wenn nehmlich an der Oberflächeder Ponta de S. Lourengo fossile organische Reste Vorkommen, die ebensoalt sind oder wohl gar als etwas älter als solche betrachtet werden, die aneiner andern entferntem Stelle unter einer Masse von 1000 Fuss Gesammt-mächtigkeit anstehen, so ist eine solche Erscheinung ganz im Einklang mitder Annahme, welche die Entstehung des Gebirges in seiner äussern Formund in seinem innern Bau aus der allmählichen Anhäufung vulkanischerErzeugnisse herleitet. Dass die vulkanische Thätigkeit an der Landzungevon S. Lourengo um vieles früher als an dem weiter westwärts gelegenenTheile von Madeira erlosch, ist keineswegs ganz unmöglich; sind doch aufdieser Insel dieselben miocenen Schichten in ungleich bedeutenderem Maasseals auf Porto Santo von später gebildeten Laven überdeckt und lässt sichdoch die an den verschiedenen Stellen so ungleiche Zeitdauer der Ausbrücheund Ablagerungen auf den Canarien und namentlich auf den Azoren auchaus dem verschiedenen Ansehn der vulkanischen Erzeugnisse und aus derungleichen Tiefe der vom fliessenden Wasser ausgewaschenen Thalbildungennachweisen. Jedenfalls reicht die Entstehung des Bergrückens, dessen Ueber-rest die Ponta de S. Lourengo bildet, und des Schlackenberges, Pico deNossa Senhora da Piedade, in sehr entfernte Zeiten zurück, die an oder dochnahe der Grenze der Tertiärzeit stehen dürften. Sehr treffend bemerkt SirCharles Lyell in dem oben erwähnten Werke: „Seit die fossilen Schalenunfern der Küsten in Sand eingebettet würden, haben die vulkanischen In-