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Geologische Verhältnisse.
sein unter dem andauernden Einfluss der Brandung des atlantischen Oceanssehr bedeutende Veränderungen in ihrem Umfang und in ihrer Gestaltungerfahren, so dass der Beweis für einen langen dahingeschwundenen Zeitrauman Erscheinungen der unorganischen wie der organischen Welt hergeleitetwerden kann.“
Fassen wir die Hauptpunkte der Schilderung der Landzunge von S.Lourengo nochmals zusammen so lassen sich folgende Hauptpunkte bei denVorgängen feststellen, denen die genannte Oertlichkeit ihre gegenwärtigeGestaltung verdankt.
Am Schlüsse der Tertiärzeit erhob sich am östlichen Ende des Madeira-Gebirges ein Bergrücken, dessen Kamm in einiger Entfernung von der jetzigenNordklippe der Ponta de S. Lourengo etwa bei g Tafel III Fig. 2 lag.
An den mit Bäumen oder Sträuchen bewachsenen Gehängen diesesBergrückens entstanden unter dem Einflüsse des Dunstkreises Wasserrunsenoder kleine Schluchten mit Geschiebebetten, von welchen die Spuren bei c(Tafel III Fig. 1) aufgefunden sind.
Bei der aus NW , N und NO vorherrschenden Windesrichtung wurdevon der Nordküste an dem Nordgehänge vulkanischer Sand mit zerkleiner-ten Meeresschalen und Bruchstücken von Echinusstacheln heraufgeweht undin einer Dünenbildung angehäuft, die bis an den Kamm herauf oder, wo die-ser weniger hoch emporragte, an einzelnen Stellen über die Wasserscheidehinaus auf den Südabhang herüberreichte.
Diese Sandablagerungen bedeckten die Reste der Vegetation. EineMenge von Landschnecken lebten auf dem zwar trockenen aber ungemeinkalkreichen Sande.
Durch den Regen ward der Kalksand mit den Schneckengehäusen in dieVertiefung der Thaleinsenkung herabgewaschen. Der im Regenwasser ge-löste kohlensaure Kalk des Kalksandes und der zerfallenen Landschnecken-gehäuse ward, in die Sandablagerung hineinsickernd, wieder abgesetzt undnahm theilweise die Stellen und Formen der vermodernden Aeste und Wur-zeln an oder bildete dünne oberflächliche Kalklager.
Unterdessen drang die Brandung, namentlich an der der vorherrschen-den Windesrichtung zugekehrten Seite allmählich immer weiter landeinwärtsvor und zerstörte im Laufe der Zeit den Bergrücken bis auf den Rest, dernoch gegenwärtig als Ponta de S. Lourengo über dem Meere emporragt.