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BERICHT EBER DIE BESTEIGUNG EINIGER PCNCTE.

Man kann in dem Terrain, welches wir zu überschreiten hatten, mehrere Ab-stufungen unterscheiden, welche in Beziehung auf die Oberflächengestaltung ziemlichabweichend sind. Die erste wird durch Schneeabhänge von einer ziemlich gleich-massigen Neigung gebildet, jedoch viele Stellen sind sehr zerspalten. Da wir dieseStellen sehr frühe des Morgens erreicht hatten, so waren die Spalten häufig mitfestgefrornen Schneelagen bedeckt, welche den Uebergang erleichterten.

In dem zweiten Theile des Weges begegnet man einer grossen Zahl von Eis-fragmenten von cubischer und pyramidaler Gestalt; sie sind die Reste von Firn-brüchen, welche zuweilen von jenen secundären Eis- und Schneemassen herabstürzeu,die auf den steilen Abhängen des Nordendes ruhen. Die Grösse dieser Fragmenteverzögerte etwas die Schnelligkeit des Ansteigens; es ist dies der einzige Platz, woman Lawinen fürchten könnte. Die Spalten, welche natürliche Durchschnitte dieserSchneeanhäufungen gewährten, zeigten, dass auch ihre innere Structur sehr unregel-mässig war. Die ganze Masse schien aus Lawinenresten zusammengesetzt zu sein,ähnlich jenen, welche man an der Oberfläche beobachtete; nur waren die Trümmerim Innern kleiner, sowohl wegen ihres theilweisen Abschmelzens, als auch wegendes Druckes der darüber lastenden Massen.

Indem wir unsern Weg fortsetzten, trafen wir sehr grosse Unregelmässigkeitendes Bodens, ungefähr entsprechend jenem Punkte, an dem inan den kleinen secun-dären Kamm überschreitet, welcher sich von hier gegen das Nordende hinaufzieht.Die Felsen sind von den Schneelagen überdeckt, aber die letzteren sind in Folgedavon sehr unregelmässig gestaltet und bilden zuweilen sehr steile Erhöhungen.

Man gelangt so in das Firnmeer jenes Zuflusses des Gorner -Gletschers, wel-cher zwischen dem Nordende und der Höchsten Spitze entspringt und später imNiveau des Gorner - Gletschers endiget. Es ist der Zufluss No. III. der Karte.

Bis hieher, es war 9 Uhr Morgens, hatten wir unsere Besteigung ohne Unter-brechung fortsetzen können; wir hatten uns nur dann von unserm Wege entfernt,wenn es uns möglich war, schneefreie Felsen in der Nähe zu erreichen, um vondenselben Handstücke mitzunehmen und um dort die Richtung und Neigung derSchichten zu beobachten.

Aber jetzt mussten wir anhalten, um den Uebergang über einen breiten Firn-schrund zu finden. Einer unserer Führer 1 , welcher auf einer zu dünnen Schnee-brücke sich vorwärts wagte, war so eben durchgebrochen; obgleich er an einemSeile festgebunden war, war er doch etwas erschreckt und befand sich selbst aufeinige Augenblicke nicht ganz wohl.

Die Spalte zeigte sich weiter nach Westen weniger breit; wir überschritten siehier und waren um 10 Uhr auf die kleine Einsattlung zwischen dein Nordende undder Höchsten Spitze gelangt. Dieser Punkt bildet den Fuss des Felsenkammes der

1) Peter Innerbinnfr.