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ALI.GEM. BEMERK. V. 1'. GEOLOGISCHEN VERHÄLTNISSE HEU AI-REN.

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Ich werde versuchen diese Lagerungsverhältnisse und die Contacterscheinungen,von denen sie begleitet werden, durch einige Beispiele zu erläutern.

Im Romancliethale, an der nördlichen Begrenzung der grossen Granit- undGneissmasse der Oisans , 1 wird bei Villard d’Areine an den Abhängen auf der linkenSeite des Thaies der dunkelgraue, sehr häufig schieferige Liaskalkstein, mit Belem -niten und Encriniten, von einem feldspathreichen, ziemlich feinkörnigen Gneiss über-lagert, welcher grüne Glimmer- und Talkblättchen enthält und zuweilen eine grani-, fische Structur annimmt. Der Kalk ist an den Contactpunkten zum Theil talkigergeworden, zum Theil ist er von Spathadern durchzogen, crystallinischer, härter undweniger dunkel gefärbt; jedoch schon in geringer Entfernung, von 2 bis 3 Metern,sind gewöhnlich diese Veränderungen verschwunden, und es folgen weiter nach ab-wärts dunkele, schieferige Mergel-Kalke, zuweilen mit festeren und dickeren Kalk-bänken wechselnd Der Gneiss ist in der Nähe des Contactes auflallend verändert,die Bestandtheile desselben werden undeutlicher und in den untersten Theilen gehtderselbe in ein tlieils schieferiges, tlieils unregelmässig zerklüftetes Talkgestcin über,in welchem nicht selten zahlreiche kleine Schwefelkiescrystalle zerstreut sind. Erstin einer Höhe von etwa 3 bis 4 Metern über der Contactlinie tritt der gewöhnlicheunveränderte Gneiss auf.

An einigen Stellen werden der Gneiss und der Kalk durch eine Lage von Eisen-oxydhydrat getrennt. Dasselbe ist in den Höhlungen und in den Kluftflächen einessehr porösen und zersetzten quarzreichen Gesteines angesammelt, welches mit Säurennicht braust. Man kann zuweilen dieses rothbraune Band in wechselnder Mächtig-keit von 8 —12 Centimetern ziemlich weit an der Grenze der beiden Felsarten ver-folgen. Die poröse Beschaffenheit des Gesteines, welche man hier bemerkt, ebensowie die Zersetzung des Feldspathes und das vorzugsweise Zurückbleiben der quarzi-gen Bestandtheile scheinen mir dafür zu sprechen, dass wohl einige der Verände-rungen in der mineralogischen Beschaffenheit der Felsarten, zum Beispiel die Abla-gerung des Eisenoxydhydrates u. s. w., erst später durch chemische Zersetzungen unddurch die Circulation des Wassers entstanden sein oder sich weiter entwickelt habenmögen, um so mehr, da die Wirkungen dieser Agentien durch die Kluftflächen anden Contactpunkten sehr erleichtert wurden. Die Kalkschichten fallen unter derdarüberliegenden Gneissmasse ein; ihre Neigung ist in der Nähe des Contactes steilerals in einiger Entfernung davon, was daher zu kommen scheint, dass die zunächst lie-genden Schichten am meisten durch den Druck des herübergeschobenen Gneisses nachabwärts gepresst wurden. In den östlichen Theilen der Kalkmasse oberhalb Villardd’Areine war zum Beispiel an jenen Punkten, welche ich zu besuchen Gelegenheit

1) Die geologische Structur dieser Alpengruppe und die wichtigen und mannigfaltigen Contactver-hältnisse an den Rändern derselben wurden von Eue de Beaumont auf das sorfältigste untersucht. Faitspour servir a l’histoire des montagnes de l’Oisans; in den Mem. pour serv. a une description geologiquede la France. T. II. 1834; und Annales des inines 3c ser. V. 1834. p. 3.