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| | (J ALI.GF.M. BEMERK, f. D. GEOLOGISCHEN VERHÄLTNISSE DER ALPEN .

Die Schieferungsflächen dos Gneisses fallen, wie zuerst Sti der gründlich nach-gewiesen hat, überall, sowohl am Tossenhorn, am Urbachsattel als auch in den Aus-läufern 1 , welche weiter zwischen den Kalk eindringen, nach S. und S. S. O., mitAVinkeln von etwa 35 — 55°.

Sedimentäre Fonnationen.

An die krystallinischen Gesteine der centralen Gruppen schliessen sieh nun allent-halben breite Züge sedimentärer Kalk- und Sandsteinmassen an.

Will man auf eine nähere Untersuchung derselben eingehen, so ist es vor Allemnothwendig, die organischen Reste, die versteinerten Thiere und Pflanzen, zu stu-diren, welche sich in den verschiedenen Gesteinschichten finden. Man zerlegt näm-lich, nach den organischen Einschlüssen, die Gesammtinasse der aus dem Wasserabgesetzten Gesteine in verschiedene grosse Abtheilungen oder geologische Forma-tionen; in jeder derselben sind bedeutende Veränderungen der Thier- und der Pflan-zenwelt, und überhaupt des physikalischen Zustandes der Erdoberfläche vor sich ge-gangen. Die Thiere, welche in den ehemaligen Meeren und Seen oder an ihrenUfern lebten, wurden nach ihrem Tode in die Schlammablagerungen eingeschlossen,die sich fortwährend am Boden der Wasserbecken bildeten, und so blieben ihre feste-ren Theile, z. B. die kalkigen Schalen der Muscheln und der Schnecken oder dieGerippe der Säugethiere wohl erhalten der Nachwelt aufbewahrt. Indem man dieThiere dieser früheren geologischen Perioden aus dem Innern der Felsschichten her-vorzog und dieselben nach dem Vorgänge des berühmten Cuvieh mit jenen der Jetzt-zeit zu einem grossen Ganzen vereinigte, erhielt man ein weit vollständigeres Systemdes Thierreiches, in welchem zahlreiche sehr interessante Uebergänge zwischen ver-schiedenen Thierklassen sich fanden. Ein entsprechendes Resultat ergab sich durchdas vergleichende Studium der versteinerten Pflanzen.

In den Alpen hat die Untersuchung dieser Versteinerungen gezeigt, dass vieleder Gesteine, welche selbst hohe Ketten zusammensetzen, nur einer ziemlich neuenEpoche in der Bildungsgeschichte unserer Erde angehören, während man noch amAnfänge dieses Jahrhunderts, wo die Felsarten hauptsächlich nach den äusseren, mine-ralogischen und physikalischen Kennzeichen, z. B. nach ihrer Härte, Farbe und Dich-tigkeit classificirt wurden, die Alpenkalke und Sandsteine zu den ältesten Formatio-nen, ja theilweise selbst zu dem damals sogenannten Urkalksteine rechnete. Es istüberhaupt eine eigenthiimliche, mit der Bildungsgeschichte und Aufrichtung dieserBergmassen zusammenhängende Erscheinung, dass alle Gesteine hier eine weit grössereHärte und eine mehr crystallinische Beschaffenheit haben, als dieselben Formationen

1) Der Wechsel von grösseren Massen oder kleineren Partieen von Ivalk mit demGneisse, welcheran den Abdachungen des Stellihornes bis zur Sohle des Lrbachthales noch mehreremale eintritt, kannauf der Zeichnung nicht mehr gesehen werden.