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SEDIMENTÄRE FORMATIONEN.

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weisser Jura); auch als mittlerer und oberer Alpenkalk, oder als HoehgebirgskalkEscher’s bezeichnet. •

In der Kreideformation unterscheidet man: das in den Alpen sehr wichtige undverbreitete Neocomien; ferner die mittlere Kreide (Gault und Grünsand, Turri-liten-Etage Escher’s); und die obere oder weisse Kreide, welche von Steuer undEscher als Sewerkalk beschrieben wurde, in den östlichen Alpen als Gosauformation,in den südlichen venetianischen und tyroler Alpen unter dem Namen Scaglia be-kannt ist.

Mit diesen Felsmassen nimmt an der Zusammensetzung der hohen Alpenzügenoch das unterste Glied der Tertiärformation, auch Eocenformation genannt,Theil. Sehr bemerkenswerth ist, dass diese letzteren Ablagerungen hier vorzugs-weise durch eine grosse Anzahl kleiner Thiergehäuschen, der Nummuliten, charakte-risirt werden. Ihr geologisches Alter konnte erst in neuerer Zeit mit Sicherheit fest-gestellt werden, vorzüglich durch die Bemühungen von Sir Roderick Impey Mur-chison. Es war dies um so wichtiger, da die eocenen Bildungen in den Alpen einegrosse Ausdehnung besitzen, und zum Beispiel an dem nördlichen Rande derselbenoft lange Zeit ohne Unterbrechung hinziehen. Mit dem Nunnnuliten-Kalksteine undSandsteine sind als oberste Glieder mächtige, sandige und mergelige Schichten ver-bunden, Flysch oder Wienersandstein genannt, welche oft zahlreiche Fucoidenresteenthalten. Die Nummulitengesteiue sind nicht nui in den Alpen, sondern auch inden Karpathen und den Apenninen verbreitet, ja sie setzen sich durch Kleinasien bisin die Hochgebirge des Ilimalaya fort.

Die verschiedenen bis jetzt erwähnten sedimentären Formationen steigen amRande des Gebirges rasch zu Ketten von 6000 bis 9000 Fuss Höhe empor. Sie wer-den grossentbeils begleitet von kleineren Hügeln, welche der mittleren und theihveiseder oberen Tertiärformatiou angehörend, ein sehr wesentliches Glied des Alpen -systemes bilden.

Sie bestehen tlieils aus feinkörnigen Sandsteinlagern, Molasse 1 genannt, tlieilsaus grossen Conglomeratmassen, d. li. aus Rollstücken, welche durch ein mergeligesund kalkiges Cemeut, ähnlich wie Bausteine durch Mörtel , zu einem festen und har-ten Felsen verkittet werden. Am Rigi oder in den Umgebungen von Zürich trifftman allenthalben dieses Gestein, welches mit dem Namen Nagelflue bezeichnet wird.

In den östlichen Alpen setzen die tertiären Gebilde weniger hohe Hügelzüge zu-sammen, sie füllen ehemalige Meerbusen an den Ufern der älteren Gebirge aus, undes kommen, was im Gegensätze zu den westlichen Alpen sehr wichtig ist, .auch inden Thälern im Inneren des Gebirges, z. B. im Gebiete der Mur, noch Ablage-rungen der jüngeren Tertiärzeit vor. Wien liegt in einem schönen Tertiär-Beckenvon grosser Ausdehnung, welches sich auf der einen Seite an die Alpen , auf der

1) Man unterscheidet in der Molasse sowohl Meeres- alt* auch Süsswasserbildungen.