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01!0 GRAPHISCHE UNI) GEOLOGISCHE STRUCTUR DES MONTE-ROSA.
der Passhöhe selbst ist die Einlagerung der Schiefer in dem Serpentin noch sehrdeutlich zu sehen, während dieselben später, auf der westlichen Abdachung desKammes gegen das Lysthal, unter dem Serpentin verschwinden. 1 Es sind diesessehr kalkhaltige Graue Schiefer mit Grünen Schiefern verbunden; häufig vermittelndie letztem den Uebergang in den Serpentin, es kömmt derselbe jedoch auch unmit-telbar in Berührung mit den ganz gewöhnlichen Grauen Schiefern vor; es ist diesesz. B. auf der Höhe des Passes selbst der Fall. — Die Schiefer werden dann weit tal-kiger, sie zeigen kleine wellenförmige Krümmungen, später entwickelt sich ingrösseren Knauern und unregelmässigen Lagen ein graues und grünliches Talkgestein,von weissen Kalkadern durchzogen, auf welches dann der Serpentin folgt.
Es ist dieses sehr häufig ein hellgrüner schaliger Serpentin, welcher erst später indas gewöhnliche dunkle Gestein übergeht. Auch zeigen sich innige Verwachsungendes hellgrünen Serpentins mit einem weissen späthigen Kalke. 2 Die Begrenzungzwischen den Schiefern und dem Serpentin ist durchgängig sehr unregelmässig; maubeobachtet mehreremale deutlich ein gangartiges Eindringen des letzteren in dietalkreichen Schiefer, theils der Schichtung parallel, theils dieselbe unter verschie-denen Winkeln durchschneidend.
Aehnlieh wie am Ollen treten auch an anderen Punkten grössere und kleinereSchieferpartieen zwischen dem Serpentin auf, z. B. am Itothhorn auf der rechtenSeite des Gressoneythales, an den Abhängen des kleinen Mont-Cervin und desBreithorues u. s. w.
Der Serpentin und die mit ihm verbundenen Schiefer schliessen an mehrerenPunkten sehr schön ausgebildete Mineralien ein.
Hellgrüner Pikrolith ist mit dem Serpentin verwachsen; er bedeckt theilsdie Spaltungsflächen, theils durchzieht er das Gestein in der Form von kleinenAdern und Gängen, welche bald ganz fein und kaum 1 bis 2 Millimeter dick,bald mehrere Centiineter und darüber mächtig sind. Besonders verbreitet ist derPikrolith auf liympfischwäng, Kympfischgrat u. s. w. An den Wänden grössererund kleinerer Kluftflüchen sitzt hier häufig auf dem dunkelgrünen Serpentin einstängliger Pikrolith von hellgrüner und gelblicher Farbe; dieser wird später immerdünnfaseriger und geht zuletzt ganz allmählig in eine ungemein feinfaserige, flachs-artige weisse Substanz über. Auch aus dem dichten Pikrolith entwickelt sicheine ähnliche weisse faserige Masse. Die beiden Substanzen sind entweder sehrinnig mit einander verwachsen, oder die weisse Masse schneidet sich stellenweise
1) Auf dem Profile (Fig. 4) habe ich den Schieferstreifen in der Richtung nach abwärts durch einepunktirte Linie da begrenzt, wo die Schiefer theils mit dem Serpentin zu einer gemeinsamen talkigenund strahlsteinartigen Masse verwachsen, theils durch die vorliegenden Serpentinberge der Beobachtungentzogen werden.
2) Vergl. über die Kntstehungsweise des Serpentins und über seine chemischen Verhältnisse zu denNebengesteinen die wichtige Abhandlung von Gustav Rose : TJeber die Pseudomorphoscn des Serpentinsvon Snarum und die Bildung des Serpentins im Allgemeinen. Poggendohfi'’s Annalen LXXXII. 511.