OKOGUAPHISCHE UND GEOLOGISCHE STKUCTUK DES MONTE-KOSA.
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Hebungsverhältnisse.
Ich habe versucht die Lage der Schichten in den verschiedenen Theileu derMonte-Rosa -Gruppe in vier Profilen darzustellen. Ich werde zuerst die specielleuBeobachtungen und Erläuterungen für jeden dieser Durchschnitte und seine Umge-hungen mittheilen, um später einige Betrachtungen über die allgemeine Structur die-ser Gebirgsgruppe, wie sie aus den angestellten Beobachtungen hervorzugehen scheint,folgen zu lassen.
Die Stellung der Schichten ist nicht auf den magnetischen, sondern auf denwahren Meridian bezogen; es wurde dabei die Abweichung der Magnetnadel nachden Beobachtungen in Genf zu 18° nach Westen angenommen.
1. Profil des Vispachthales.
Der Längenmassstab ist 1:300000; Höhenmassstab 1:00000. Die Richtung des Durchschnittes ist vonNorden nach Süden, genauer von N. N. O. nach S. S. W.
Das Vispachthal, auch Nicolai- oder Zermatter-Thal genannt, ist eines jener zahl-reichen, parallelen Querthäler, welche von dem Hauptkamme der Walliser Alpen indas Rhonethal herabzichen; ganz ebenso, wie in der Tauernkette der Tyrolcr undSalzburger Alpen eine Reihe von Querthälern in das nördlich vorliegende Längen-thal des Pinzgau ausmünden.
Es lassen sich hier 5 Becken unterscheiden. Die erste, nicht sehr bedeutendeErweiterung ist bei Stalden, an der Vereinigung des Saaserthalcs mit dem Ilaupt-thale ; sie wird von dem Rhonethale durch eine lange, schluchtartige Verengunggetrennt. Eine zweite, sehr schöne Mulde ist bei St. Nicolas; zwischen ihr undjener bei Stalden befindet sich eine lange, stärker geneigte Thalverenguug, welchezuweilen sehr schmal ist. Die dritte Erweiterung von Mattsand und Ilerbrigenwird durch einen steilen, niederen Felsenrücken, welcher vielfach mit Schutt über-deckt ist, von dem folgenden Becken geschieden, als dessen unmittelbare Fortsetzungsie sowohl in Beziehung auf ihre Richtung als ihren äusseren Character zu betrachten ist.
Das vierte Becken von Randa und Täsch macht sich durch seine Länge, sei-nen gleichmässigen Verlauf und seine geringe Neigung bemerkbar. Es erinnert leb-haft an die ähnliche Thalerweiterung von Lengenfeld im Oetzthale in Tyrol. Einesehr characteristische Thalenge, ausgezeichnet durch das starke Gefalle, die Gewaltder Erosion und der Gesteiuzertrümmerung, ebenso wie durch das nahe Zusammen-treten der Bergabhänge, folgt zwischen Täsch und Zermatt .
Das fünfte grosse Becken, jenes von Zermatt , öffnet sich sehr breit unmittel-bar am Ende der so eben erwähnten Verengung. Es zeigt alle Eigenthiiinliehkeitcn,welche wir auch in den östlichen Alpen für diese Thalformen kennen lernten. 1 Ober-
1) Untersuchungen über die physik. Geog. d. Alpen . Gap. IX.