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ORO GRAPHISCHE UND GEOLOGISCHE STRUCTÜR DES MONTE-ROSA .

Das Auftreten der krystallinischen Gliniinerschiefer und Talkseliiefer macht sichsogleich durch eine grössere Festigkeit der Felsen bemerkbar; die Gesteine brausennicht mehr mit Säuren, sie bestehen, aus einem dichteren Gemenge von Quarzkör-nern mit Glimmer und Talkblättchen, in sehr mannigfachen Abänderungen. Zuwei-len trifft man einen quarzreichen festen Glimmerschiefer, in welchem der weisse undgrüne Glimmer mehr in einzelnen Schüppchen und kleineren Partieen vertheilt, alsin regelmässigen Lagen geordnet ist; dieses ist z. B. beim Beginne der Thalengeoberhalb Täscli der Fall. An anderen Punkten zeigen sich grössere Quarzkörnerund ein mehr schieferiges Gefüge, oder auch Gesteine, welche sehr reich an Glim-mer und Talkblättchen sind.

Dolomitischer Kalkstein, gelblich - weiss und grau, an den Bruchflächen Glirn-merblättchen enthaltend, scheint in der Höhe an einigen Punkten den Schiefern undtheilweise auch dem Gneisse eingelagert zu sein; er wird von verschiedenen Seiten-bächen in das Thal lierabgefülirt.

Erst weiter im Innern, zwischen St. Nicolas und Rauda , ist ein grobkörniger,feldspathreicher Talk-Gneiss entwickelt. In der Thalenge zwischen Täsch und Zer-matt folgen auf denselben, nicht ohne mannigfache Uebergänge, wieder die kalk-haltigen Grauen Schiefer, welche rings in den Umgebungen von Zermatt anstelien;sie trennen den nördlichen Gneisszug von der Centralmasse des Monte-Rosa .

Das Fallen der Gneissschicliten, obwohl nicht immer sehr deutlich, ist stetsnach W. S W., jedoch mit steileren Winkeln als am Anfänge des Thaies; zuwei-len stehen die Schichten nahezu vertical. Die Grauen Schiefer von Zermatt endlichfallen nach Nordwesten, nämlich mit 45° — 50° nach N. 50 — 58° W., so dass, wieSx uder mehrfach nachwies, eine fächerartige Stellung der Schichten sich erkennen lässt.

Der Gebirgskamm, welchen man weiter südlich auf dem Matterjoch oder St.Theodulpass überschreitet, zeigt eine vielfache Abwechselung von Schiefern, stellen-w'eise Kalklager eiiischliessend, und von Serpentin. Die interessanten Lagerungs-Verhältnisse von kleineren, gewöhnlich ziemlich feinschieferigen Gneissstraten vonKalk, grünen Schiefern und von Serpentinstreifen, 1 welche man auf der Passhöheselbst beobachtet, hat bereits Saussure ausführlich beschrieben. 2

Das Fallen der Schichten ist in den Umgebungen des Mont-Cervin und desTheodulpasses ziemlich unregelmässig; an der nördlichen Abdachung des Joches istin den unteren Theilen stets Nordwestfallen mit Neigungen zwischen 40 und 20°zu erkennen. In den oberen Theilen werden die Neigungen geringer, und auf derPasshöhe fallen die zuweilen nahezu horizontalen Schichten nur mit wenigen (Jradennach W. N. W.

1) Das Vorkommen des Serpentins auf der Höhe des Passes habe ich auf dem Profile durch einengrünen Streifen hervorgehoben. Einige andere kleinere und grössere Serpentinpartieen, welche mandurchschneidet, konnten nicht speciell unterschieden werden-

2) Voyages T. IV. § 2257 — 2260.