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SCHÄDIGE ABSONDERUNG VON GRANIT UND GNE1SS.

les, obgleich an Stellen, an welchen die Eismassen durch grössere Unebenheiten desBodens aufgehalten und einporgeschoben werden, ziemlich bedeutende Abweichungenvon dieser Regel und vielfache Kreuzungen der Ritzen entstehen. An den glattenSchalenflächen hingegen folgen die Streifen vorzugsweise der Linie der grössten Nei-gung dieser Schalen, welche jedoch an einzelnen Theilen der Berge, wie ich selbstmehreremale fand, mit der Längenaxe des Thaies ungefähr zusammenfallen kann.Auch bemerkt man an den schaligen Absonderungsflächen des Gneisses und Graniteszuweilen, aber durchaus nicht immer, wenn man sie in verschiedenen Stellungengegen das einfallende Licht untersucht, einen etwas grösseren Glanz und, in einzel-nen Partieen, ein etwas mehr glasiges Ansehen als an den Gletscherschliffen; dieseErscheinung rührt vielleicht von ganz feinen Ausscheidungen her, welche in solchenFällen an der Oberfläche während der Absonderung stattfanden. Aber man darfnicht vergessen, dass die Gletscherschliffe und die glatten Flächen der Schalen, welchewir untersuchen, gewöhnlich schon während sehr langer Zeit den Einwirkungen derAtmosphäre, des Regens u. s. w. ausgesetzt waren, so dass sie nicht mehr völlig un-versehrt erhalten blieben; auch sind von Anfang an die verschiedenen Arten vonSchliffflächen nur selten so vollkommen auf so grossen Strecken entwickelt, dass alleEigenthümlichkeiten und kleinen Verschiedenheiten derselben klar hervortreten. Manwird daher, wie mir scheint, in den meisten Fällen aus den äusseren Characterenallein die Gletscherschliffe von den glatten Oberflächen der Schalen nur auf sehrunvollkommene Weise unterscheiden können; diese Schwierigkeit verschwindet so-gleich, wenn man zu einer näheren Betrachtung der inneren Structur der Felsenübergeht.

Eine vorsichtige und sorgfältige Untersuchung dieser letzteren, an verschiedenenStellen, ist um so mehr nöthig, da ohne dieselbe bei der grossen Entwickelung,welche zuweilen die schaligen Absonderungen in den Granit- und Gneissmassen derAlpen erlangen, manche Irrungen unvermeidlich wären.

Oefter treten an den Abhängen zahlreiche Systeme kleinerer sphärischer Abson-derungen auf, welche dem Gebirge einen sehr eigentlnimlichen Anblick verleihen.Besonders schön beobachtet inan dieselben in dem Granite der Berner Alpen , in denUmgebungen der Grimsel und des Unteraargletschers.

An den Bergen auf der linken Seite des Aargletschers (Fig. 2 Taf. XIV) zeigensich uns sehr deutlich solche Gruppen von Schalensystemen; die Abhänge erscheinendadurch bedeckt mit gerundeten Hervorragungen, Rundhöcker oder Roches mou-tonnees genannt. Untersucht man ihre Structur von verschiedenen Seiten aus undbesonders in den Entblössungen, welche durch einzelne tiefer eingeschnittene Rinnendargeboten werden, so überzeugt man sich auf das bestimmteste, dass diese Formennicht bloss äuss er liehe sind, sondern mit der erwähnten schaligen Absonderungdes Granites Zusammenhängen. Man findet verschiedene concentrisch sich bedeckende