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wo der Granit auft.ritt 1 (vergl. Fig. 1 Taf. X) zeigen sich sehr bald in auffallenderWeise schöne Schalen-Systeme und Rundhöcker.
Specielle Erwähnung verdient noch die Erscheinung, dass die Rundhöcker unddie sphärischen Absonderungen des Granites mehr an den unteren Theilen dieserBerge entwickelt sind, während sich über denselben steile, zackige Gräte und Gipfelerheben, welche mit den tieferen Abhängen fast immer aus dem gleichen Gesteinebestehen. Desor 2 hat dieses Yerhältniss besonders hervorgehoben; er nahm an, dassdie Abrundung und Glättung der unteren Theile durch die Bewegung und Reibungder Gletscher hervorgebracht worden sei, und dass die Linie, bei welcher sich diesteilen Kämme über den gerundeten Felsmassen erheben, die Höhe des früherenGletschers bezeichne.
Ich bedauere hierin mit diesem Beobachter, welchem man so viele wichtige Auf-schlüsse über die Phänomene der Gletscher und über die topographischen und geolo-gischen Verhältnisse der Hochalpen verdankt, nicht übereinstimmen zu können. Ab-gesehen von der Frage, ob jemals die Gletscher die hier vorausgesetzten Dimensio-nen zu erreichen vermochten, ist es, wie mir scheint, nach dem was oben angeführtwurde, in dem vorliegenden Falle nicht möglich die gerundeten, sphärischenFormen und die allgemeine Glättung der Felsen, auch an den tiefer liegen-den Absonderungsflächen, von etwas anderem als von der schaligen Structur abzu-leiten, welche dem hier herrschenden Granite eigen ist.
Ferner sieht man in anderen Theilen der Alpen , zum Beispiel in den Umge-bungen des Monte-Rosa , sehr schöne Gneissschalen öfter bis auf die Gipfel derBerge anhalten, wie es am Stollenberge und an anderen Punkten der Fall ist. 3 DieSchalen erreichen in dieser Gruppe zuweilen 9000 bis 10000' und darüber, obgleichsie im allgemeinen an den etwas tiefer gelegenen Theilen der Abhänge in der grösstenund mannigfachsten Entwickelung auftreten, was mit ihrer ursprünglichen Bildungs-weise zusammenzuhängen scheint.
Auch in den Berner Alpen finden sich einzelne Schalenbildungen noch in grosserabsoluter Höhe; und es kann, wie mir mehrere direkte Messungen und Vergleichun-gen zu zeigen schienen, nicht ein ganz bestimmtes und constantes Niveau für dieobere Grenze der „Roches moutonnees“ angenommen werden. Ich erkannte öfter inden Umgebungen des Unteraargletschers oder am Vieschergletscher, au welchemüberhaupt diese Unterschiede nicht immer so scharf ausgeprägt sind, an den oberen
1) Die Begrenzungslinie zwischen dem Granite und den krystallinisehen Schiefern ist ziemlich un-regelmässig, und man bemerkt öfter ein gangartiges Eindringen des Granites.
2) Comptes rendus. Vol. XIV. 1842. pag. 412; und Vol. XVIII. 1844. p. 305; Bulletin de la soc.geol. de France. 2e ser. Vol. III. 1846. p. 650. Man vergleiche auch Agassiz Systeme glaciaire 1847. p. 586.
3) Es kann dieses nur bei Bergen der Fall sein, welche ganz aus Gneiss bestehen. In dem Glim-merschiefer, welcher den obersten Kamm des Monte-ltosa zusammensetzt, bemerkt man keine schaligenAbsonderungen.