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CAP. V.

ÜBER DIE MENGE DER KOHLENSÄURE IN DEN HÖHERENSCHICHTEN DER ATMOSPHÄRE . 1

Bei den folgenden Versuchen wurde die Kohlensäure durch drei mit Kalihydratgefüllte Köhren absorbirt; die Feuchtigkeit der Luft wurde tlieils durch Chlorcal-cium, theils durch Bimsstein, der mit Schwefelsäure getränkt war, entfernt. Im letzte-ren Falle (bei den Versuchen 3, 5, G und 7) war zwischen den Bimsstein- und denKali-Röhren noch ein kleines, mit Baumwolle und Asbest gefülltes Glasrohr einge-schaltet, um die Fehler zu vermeiden, welche etwa durch ein Hinüberführen vonschwefelsauren Dämpfen in die Kaliröhren befürchtet werden könnten. Es befandensich zwei Chlorcalcium- oder Bimssteinröhren an der Einströmunesöffiiuns, einedritte Chlorcalciumröhre war zwischen dem Aspirator und der letzten Kaliröhre an-gebracht.

Das Gewicht der Chlorcalciumröhren, welche ebenso wie die Kaliröhren theilsgerade, theils U-förmig gekrümmt waren, betrug zwischen 3;> und 47 Grm. 2 Ichhatte mich vor den Versuchen von der Reinheit der angewendeten Substanzen undbesonders davon überzeugt, dass das Chlorcalcium keine Kohlensäure absorbirte.

Die Wägungen wurden unmittelbar vor und nach jedem Versuche (Nr. IG aus-genommen) mit einer Wage von Klein™ angestellt; 3 dieselbe war mit einem zer-legbaren Kasten von starker Pappe versehen, welcher einen kleinen Ausschnitt hatte,um die Bewegungen am Iudex erkennen zu lassen.

Während des sehr kurzen Transportes von dem Aufstellungspunkte des Appa-rates bis zu dem abgeschlossenen Raume, in welchem die Wägungen vorgenommenwurden, 4 konnte auf keinen lall eine Zunahme der drei Kaliröhren durch Feuch-tigkeitsabsorption stattlinden; dieselben blieben an den beiden Endpunkten mit den

1) Abgedruckt in Poggkndorff’s Annalen. LXXXVII. S. 293.

2) Eine dritte Chlorcalciumröhre erlitt hei dem Durchstreichen von 20000 bis 30000 C. Cent. Luftnie die geringste Veränderung; die Feuchtigkeit wurde entweder vollständig oder doch dem grösstenXheile nach schon in der ersten Kühre absorbirt. Die Wägungen der Chlorcalciumröhren, welche ichbei einigen Versuchen auf der Vincenthütte anstellte, werden später bei Betrachtung der Feuchtigkeits-verhältnisse der Atmosphäre mitgetheilt werden.

3) Die Oberfläche der Kaliröhren wurde vor jeder Wägung sorgfältig gereinigt.

4) Bei den Versuchen in der Nähe der Vincenthütte geschah dieses in der Hütte selbst, auf demMatterjoch in einem Zelte, in den übrigen Fällen in nahegelegenen Häusern.