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allgemeineren climatisdien Verhältnisse, -welche sich zwar mit der Höhe ändern, aberin horizontaler Richtung auf ziemlich ausgedehnte Strecken unverändert bleiben, solange die Bodengestaltung ebenfalls den gleichen Typus beibehält Die Temperaturder Luft, die Besonnung, die Ausstrahlung des Gesteines, die Menge, Vertheilungund Temperatur der atmosphärischen Niederschläge, die Tiefe der Eisbildung in denlockeren Erdschichten während des Winters, die Dicke der winterlichen Schneedecke,die Höhe der Wolken- und Nebelmassen, welche den Boden berühren etc., dürftenunter den climatisdien Verhältnissen besonders zu nennen sein. Auch die Zuleitungder inneren Erdwärme kann hier noch erwähnt werden, obwohl diese auf dieWärme der Quellen gewiss nur einen sehr geringen Einfluss hat. Eine andereReihe von Einwirkungen auf die Quellenwärme trägt einen weit mehr localen Cha-racter; in dieser Gruppe dürften wohl vorzüglich die Ursachen für die Störungenin den regelmässigen Verhältnissen der Quellentemperatur zu suchen sein. Als einigeder wichtigsten möchte ich folgende anführen: Die Exposition der Abhänge undihre Beschattung durch gegenüberstehende Berge, die Tiefe, aus der das Quellwasserhervorkommt, die chemischen Zersetzungen im Innern, die Zusammensetzung unddie physikalischen Eigenschaften des Bodens, seine Feuchtigkeit und Wärmecapa-cität, die Steilheit der Schichtenstellung, die Zerklüftung des Gesteines besondersin Kalkgebirgen, die unmittelbare Nähe grösserer perennirender Eismassen unterhalbder Schneegrenze etc. etc.
In dieser Gruppe ist es die Exposition der Abhänge, deren Einwirkung amhäufigsten sich bemerkbar macht.
In Lagen, welche der Besonnung sehr zugänglich sind und zugleich vor denkalten Nord- und Nordost-Winden geschützt werden, findet eine bedeutende Erhö-hung der Quellentemperatur statt, übereinstimmend mit der grösseren Wärme derLuft und der oberen Bodenschichten und mit dem höheren Ansteigen der Vegeta-tionsgrenzen an diesen Punkten. Als Beispiele können angeführt werden: (Nr. 23)Bödemie, (24) Arransole, (27) Gabiet, (35) Bionnassay und (38) Chaudane.
Die niedrigen Temperaturen sehr wasserreicher Quellen in Kalkgebirgen 1 , bei
1) Durch Eis-Ansammlungen, welche sich in den Spalten und Höhlungen im Innern der Kalkgebirgebilden, kann ebenfalls das Quellwasser erkaltet werden. (Viele Beispiele kalter Höhlen, glaeieres na-turelles, hat Bravais zusammengestellt. Patria. Geogr. phys. S. 146.) In den Alpen dürfte als einesder schönsten Beispiele besonders die Kolowrat-Höhle im Untersberge bei Salzburg zu nennen sein.
In der Nähe grosser Gletscher kommen sowohl in den Kalkgebirgen als auch in den krystallinischeuGesteinen der Centralalpen zuweilen sehr starke und auffallend kalte Quellen zum Vorschein, derenWasser durch das Abschmelzen des Gletschereises geliefert wird; diess beweisen ihr theilweises odergänzliches Versiegen während des Winters und die trübe, milchige Farbe des Wassers, welche maumeistens an ähnlichen Quellen beobachtet. Sie können natürlich in Beziehung auf ihre Temperatur-verhältnisse nicht mit den anderen, wahren Quellen verglichen werden, da ihre Wärme zunächst nurvon der Masse des Wassers und von der Entfernung abhängt, welche dasselbe von dem Punkte seinesVersinkens in den Boden unter dem Gletscher bis zur Ausstrümungsöfl'nung durchlaufen muss.