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TEMPERATUR DER QUELLEN.

nung ist analog den grossen Differenzen der Temperatur und des Climas, welcheim allgemeinen zwischen den freien Rändern eines Plateau’s und zwischen seinencentralen Theilen bei gleicher Höhe bestehen, ein Unterschied, dessen Kenntnissman zuerst Alex, von IIumboldt’s Beobachtungen in Amerika verdankt. DieKrümmung der Isogeothermen in den verschiedenen Alpengruppen schliesst sich andie allgemeinen Gesetze der Vertheilung der Wärme in einem festen Körper vonwechselnder Dicke an, mit welchem man das Relief der Alpen vergleichen könnte.Die centralen Gruppen, welche mehr zusammenhängende Massen bilden und einesehr bedeutende und gleiclnnässige Erhebung nicht nur der Kämme und Gipfel son-dern auch der Thalsohlen zeigen, erwärmen sich weit mehr unter dem Einflüsse derInsolation; zugleich verlieren sie auch die empfangene Wärme weniger leicht durchStrahlung oder durch Contact mit kalten Luft- und Wolkenmassen, als isolirte Berge.

Auch jener Theil der Erdwärme, der vielleicht aus dem Inneren noch bis zuden Schichten empordringt, in denen die Quellen entstehen, muss in Gebirgstheilenvon grosser Massenerhebung besser zugeleitet werden.

Um Wiederholungen zu vermeiden, muss ich hier auf die vierte Abtheilungdieses Buches verweisen; es ist dort der Einfluss, welchen die Bodengestaltung unddie mittlere Erhebung der verschiedenen Alpengruppen auf die climatischen Verhält-nisse im allgemeinen und auf die Vertheilung der Vegetation ausüben, näher ent-wickelt.

Bei Vergleichung der Bodentemperatur in Alpengruppen von verschiedener mitt-lerer Höhe müssen auch alle anderen Umstände sorgfältig berücksichtiget werden,welche auf das Clima überhaupt und auf die Wärme der Quellen insbesondere vonEinfluss sind. Unter diesen erwähne ich zum Beispiel die allgemeine Richtung undExposition der Gebirgszüge, die Weite der Thäler und die davon abhängige direc-teBesonnung der Thalsohlen etc. Auch die Richtung des Schichtenfalles wirkt bis-weilen in ähnlicher Weise störend ein, da die Quellen vorzugsweise in der Richtungder Schichtflächen sich sammeln und auf jener Seite zu Tage kommen, wo dieSchichten enden sich befinden, während die entgegengesetzten, von den Schichten-köpfen gebildeten Abhänge oft sehr wasserarm sind . 1

Dadurch kann es geschehen, dass in einer Gebirgsgruppe die Quellen vorzüg-lich auf der besonnten Seite der Berge sich befinden, während in der anderensich hauptsächlich nur Quellen an weniger besonnten Abhängen oder in schattigenThal Schluchten zur Vergleichung darbieten; es können so in einzelnen Fällenmanche Anomalien entstehen, besonders wenn die Beobachtungen nicht auf einemgrösseren Flächenraume vertheilt sind.

Der Einfluss der verschiedenen Massenerhebung auf die Bodenwärme zemt sichbesonders deutlich, wenn man, wie ich in meiner früheren Abhandlung zu tlmn ver-

]) Vergl. Untersuchungen u. s. vv. S. 21)7.