GIPFEL LEK CENTRAL-ALPEN.
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entwickelt und schwer zu bestimmen.“ Die von den Herren Schlagintweit ge-sammelten Flechten der höchsten Alpenfelsen nennt der Algolog Herr von Flotowin Schlesien „meist sehr unvollkommen entwickelt und schwer zu bestimmen.“ DasBestimmbare ist mit höchst lobenswerthem Fleisse von den Herren Schlagintweit in Uebersicht gebracht worden.
Ueber das reiche und kräftige Leben im Südpol-Eise habe ich bereits 1844durch die von Capt. Ross und Hooker mitgebrachten Materialien berichtet. Inmeinen Mittheilungen über den Passatstaub fand ich mich schon 1847 veranlasstauszusprechen, dass es deutliche Verhältnisse eines sich fortentwickelnden Lebensin der obern Atmosphäre gebe, die jedenfalls, da der Staub auf hohe Alpen nieder-fällt, zu einer höheren Erhebung gehören mögen. Im Februar 1849 habe ich dannvon einem mikroskopischen atmosphärisch getragenen Leben in den Gebirgen derSchweiz speciellere Nachricht gegeben und im November 1849, wo ich von einerErholungsreise in das Berner Oberland zurückgekehrt war, habe ich Mittheilungenüber das die Gletscher durchdringende mikroskopische Leben gemacht. Nicht nurwie im Bernstein seien im Gletscher-Eise todte Lebensformen eingeschlossen, sondernein lebendiges thätiges Leben wirke in den Gletschern erkennbar fort. Es wurdendamals von mir 51 mikroskopische Formen der Gletscher-Verhältnisse namentlichverzeichnet.
So ist denn das Leben schon seit einer Reihe von Jahren mehr und mehr inVerhältnissen hervorgetreten, welche dem starren Eise, dem ewigen Alpenschnee,der kalten oberen Atmosphäre und den Polargegenden Trotz bieten. "V iele der unsbekannteren und befreundeten Formen sterben in jenen extremen Verhältnissen aller-dings aus, gewisse Lebensformen aber gedeihen erst und allein in solchen Oertlich-keiten und eine Anzahl befindet sich darin nicht schlechter als in der gemässigtenZone, da ihre Gestalten keineswegs verkümmert erscheinen, vielmehr wohlhäbio- undkräftig in ihrem Kreise auftreten.
Durch die Herren Schlagintweit habe ich vor mehr als Jahresfrist eine grosseReihe von Erdproben, Flechten, Moosen und verkümmerten Anflügen derselben vonden höchsten Spitzen der europäischen Central-Alpen erhalten und zwar vom Gross-Glockner und dem Pasterzen-Gletscher der norischen Alpen 6, die bis zu 12158 Par.Fuss Höhe reichen, aus den Berner Alpen von 10468 Fuss Höhe 3 Proben, ausder Monte-Rosa -Gruppe der Penninischen Alpen 20 Proben, meist aus 11770 Fuss,drei aus 14284 Fuss Höhe, letztere vom Monte-Rosa selbst. Die Proben vom Ge-biete des Gross - Glöckner sind im Jahre 1848 gesammelt worden, die zahlreicherenvom Monte-Rosa 1851 und bei letzteren ist auf besondere von mir ausgesprocheneWünsche wegen der Substanzen und deren Aufbewahrung Rücksicht genommenworden.
Aus diesen Materialien haben sich allmählig 97 bis 98 Species organischer Ver-hältnisse entwickeln lassen, 46 Polygastem, 29 Phytolitharien, 5 bis 6 Arten von
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