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EIIRENBERG : MIKROSKOPISCHE OSGANISMEN IN DEN ALPEN .

Biirenthierchen, 4 Räderthierchen, sammt beider Eiern, 2 Anguillulae, 9 weichePflanzentheile und 2 Crystallformen im unorganischen Sande 1 . Die Materialien sindfolgende.

1) Die 1849 vom Herrn Professor Perty in Bern publicirten Angaben über das kleine Leben derSchweiz , welche am ausführlichsten in einem besonderen als System auftretenden Ivupferwerk mit vielencolorirten Abbildungen 1852 erläutert sind, betreffen überall die weniger als 10000 Fuss erhabenen Ver-hältnisse und lassen sich mit meinen Beobachtungen und Benennungen der Formen leider nicht vereinigen.Der Verfasser hat sich begnügt einzelne Beobachtungen in überwältigend grosser Zahl aufzuzeichnen.Das oft mangelnde im organischen Bau hält er nicht für Mangel seiner Beobachtung, sondern für Mangelan Organisation selbst. Da bei meinen Versuchen, das mikroskopische Leben in allen seinen Verhält-nissen in Uebersieht zu bringen, ein so grosses umfangreiches Kupferwerk unberücksichtigt zu lassenmir zum Vorwurf gereichen würde, so sehe ich mich gezwungen, die Gründe kurz vorzulegen, warumich genöthigt bin, jede Rücksicht darauf abzulehnen und warum ich besonders die vielen darin gegebenenneuen Namen völlig bei Seite liegen lassen muss. Prof. Perty hat, seiner Angabe von 1849 und 1852nach, in den höchsten Alpengegenden der Schweiz bis zu 9000 Fuss Höhe, 12 Räderthiere und 38 Po-lygastern verzeichnet, überdies Anguillulas und 1 Bärenthierchen genannt, zusammen 52 Formen, dar-unter sind 15 kieselschalige Polygastern.

Meine vor 15 Jahren publicirten Beobachtungen, welche noch heut die Basis meiner Zusammen-stellung in ganz gleicher Weise bilden, haben auch ihm zwar überall, jedoch zu einem meist verwerf-lichen Maassstabe gedient und besonders haben meine beobaclitungsmässigen Grund-Ansichten vom Baudes kleinen Lebens ihm gar keine Geltung. Meine Abbildungen, welche die Function der Ernäh-rungsorgane, hie und da auch der Muskeln u. s. w. treu darstellen, geben nach Hrn. Perty bloss „fürden Nichtkenner ein buntes und prächtiges Ansehen, sind aber in der That eine Entstellung der Natur,welche zu falschen Vorstellungen und Begriffen führt“ p. 16. Meine Ansichten über Verbreitung undmögliches Hinzukommen neuer Arten gelten ihm, der überall neue Arten zahlreich sieht, nur für dieMark Brandenburg p. 19. Des verstorbenen Dr. Wernecks unübertroffene Arbeiten, deren musterhafteZeichnungen die Akademie angekauft hat, erklärt er, ohne sie zu kennen, verwerfend für eine unselbst-ständige Nachahmung meiner Zeichnungen, p. 94. Prof. Perty sagt p. 2, meinen Angaben von einerallseitigen Verbreitung lebendiger Organismen durch die Passatströmungen ständen die BeobachtungenCohn’s in Breslau entgegen, welcher „angeblich exotische Bacillarien in Dach- und Moos-Erde um Breslau fand.“ Diese Darstellung ist ebenfalls abweichend von der Wahrheit, denn Prof. Goeffert und Dr.Cohn haben in den Monatsberichten der Akademie 1850 p. 58 ausdrücklich erklärt, dass sie meine Un-tersuchung des Luftstaubes (nicht des Passatstaubes) „wiederholt und die wichtigen Ergebnisse in Bezugauf das Vorkommen von Räderthierchen, Wasserälchen, Xenomorpliiden, Arcellinen, panzerlosen Infu-sorien und Bacillarien in allen Erden der Dächer und Mauern haben bestätigen können.“ Auch dieFähigkeit des Wiederauflebens der Callidinae und Anguillulae „konnte vollständig bestätigt werden.“Ebenda p. 59. — Prof. Perty behauptet (p. 21) dass die Räderthiere der Höhen verkümmern und derAugen entbehren. Seine Benennungen von Rotifer- und Philodina-Arten aus den höheren Alpen ge-hören daher wohl sämmtlich diesen generibus nicht an. Es hätte ihm auffallen sollen, dass die augen-losen Rotiferen der Alpen mehr Zähne haben, als die wirklich augenführenden, daher wohl nicht ver-kümmert sind. Es sind Callidinae. Natürlich werden auch die Augen der Polygastern mit den rothenZellpünktchen der Algen-Samen für einerlei gehalten, p. 117. Die Magenzellen und Darm - Oeffnungender Polygastern werden als solche gelängnet, p. 58, 59. Die oft wichtige Charaetere abgebenden Rip-pen-Streifungen der Bacillarien ^werden mit den feinen IJniirungen mancher glatten Naviculae u. s. w.,bei sehr starken Vergrösserungen, für völlig gleich erklärt, wodurch denn solche Systematik eine we-sentliche Stütze und Schärfe der Unterscheidung verliert, p. 117. Nach p. 62 unterscheidet er eineMonas astasioides und curvata, die aber nach ihm doch zu Monas Lens gehören. Warum wohl dieneuen Namen? Die mutterlose Erzeugung der Pilze und Thiere wird, einiger rascher Beobachtungen