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ZEIT UND GRÖSSE DER TEMPERATITREXTREME.

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fläche der Erde erregen; allein diese Wärme bewegt sich, wie das Steigen der Wol-ken so deutlich zeigt, nur verhältnissmässrg langsam nach aufwärts. Die verticaleBewegung der Haufeuwolken an windstillen Tagen kann vielleicht am besten dazudienen, die Lebhaftigkeit des aufsteigenden Luftstromes zu beurtheilen. Wenn manvon Zeit zu Zeit die Höhe der Wolken misst 1 , oder in der günstigen Lage sich be-findet, von einem hohen Standpunkte aus die allmählige Veränderung der Wolken-höhen an mehreren Punkten gleichzeitig verfolgen zu können, so zeigt sich, dassselbst während der Mittagsstunden und an den wärmsten Tagen die Wolken ineiner Stunde kaum 1000 Fuss Höhendistanz zurücklegen. Wenn wir auch anneh-men , dass der aufsteigende Luftstrom, da wo er nicht das mechanische Hindernisseiner Wolke trifft, sich rascher bewegt, so lässt sich doch noch immer erkennen,dass der Einfluss der Erwärmung der unteren Schichten auf die oberen Regionenmehrere Stunden nach dem Maximum unten eiutreten muss, also schon in denspätem Nachmittagsstunden. Dass dessenungeachtet die Temperatur auch in derfreien Atmosphäre merklich gegen Mittag steigt, zeigen am besten die Beobachtun-gen in Luftballons 2 .

Auf hohen, nicht plateauartig gestalteten Bergen oder sehr schmalen Kämmenist der Einfluss, den die Oberfläche fester Masse ausübt, nur gering. Der Tempe-raturgang an solchen inselartig emporragenden Orten wird daher nur wenig vonjenem in der freien Atmosphäre selbst abweichen.

Es zeigt sich bei solchen Beobachtungen, dass das Maximum der Zeit der Cul-miuation der Sonne an sehr hohen Punkten stets näher liegt als an den tieferen.Zugleich fällt die Temperatur langsamer in den Nachmittagsstunden, weil dann deraufsteigende Luftstrom noch einen nachwirkenden erwärmenden Einfluss ausübt.

Die Beobachtungen auf der Vincenthütte stimmen ganz mit dieserBetrachtung überein; sie zeigen zugleich, dass ähnliche Verhältnisse selbst an Or-ten statt finden können, die nicht Gipfelformen im strengsten Sinne des Wortessind, noch weniger als Punkte der freien Atmosphäre bezeichnet werden können 3 .Auf der Vincenthütte trat das Maximum um l h ein,, während es sich für die gleicheBeobachtungsperiode (13. bis 16. Sept.) in Turin um 2 h 30' zeigte. Dagegen fälltdie Temperatur in Turin ungeachtet der aus dem Boden noch in die Atmosphäreausgestrahlten Wärme rascher zwischen 2 bis 6 h p. m. als an der höheren Station.

Die Beobachtungen am Col du Geant 4 , noch mehr jene auf dem grossen Pla-teau 5 zeigen unter den Curven, die in Taf. XVI zusammengestellt sind, die grössten

1) Vergl. Cap. XI.

2) Vergl. die Berichte über Luftballonfahrten in London . Cosmos Revue encyclop. October undNovember 1852.

3) Vergl. die früheren Angaben über die Localität S. 278.

4) Vergl. S. 286.

5) Vergl. S. 282.