ZEIT UND GRÖSSE DER TEMPERAT V REXXKEME.
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Stunden zeigen, dass das Minimum mit Bestimmtheit in die Nähe von l h a . m.fällt. Aclniliche Abweichungen sind in den meisten Fällen eine unmittelbare FoDeder Bodengestaltuug. Sie kommen am häutigsten in mittleren Höhen (3000 bis5000') vor. 1
In dieser Region der Alpen , zu der zugleich die meisten Thalsohlen gehören,wird das regelmässige Fortschreiteu der Erkaltung bis zum 'Wiedererscheinen derSonne nicht selten dadurch gestört, dass die Morgen- und Abendwiude die Tem-peratur etwas verändern. Besonders kann das Aufhören des abwärts gerichtetenAbendstromes in den späteren Nachtstunden bewirken, dass das Minimum frühereintritt, oder dass wenigstens bereits mehrere Stunden vor dem Aufgange der Sonnedie Lufttemperatur dem Minimum sehr nahe gebracht ist.
Dieselbe Ursache scheint auch auf der Vincenthütte die Zeit des Temperatur-Minimums zu verändern. Es darf um so mehr überraschen, dieser localen "Wirkungwährend der Nacht hier zu begegnen, da wir bei Betrachtung der Tagestempera-turen sahen, dass weder reflectirte Wärme, noch aufsteigender Luftstrom hier einenmerklichen Einfluss auf die Temperatur ausübt. Berücksichtiget mau jedoch dieweiten Firnmeere, die grossen schneebedeckten Gipfel, welche von verschiedenenSeiten ihren Abfall der Vincenthütte zuwenden, so lässt sich wohl erwarten, dasswährend der Nacht die kalte Luft längs ihrer Abhänge niedersinkt und an der Vin-centhütte vorüberstreicht. Es können durch das Uerabsinken der Luft auf dieseWeise Schneeflächen Einfluss haben, welche so weit entfernt sind und so geringeWiukelhöhen bieten, dass allerdings ihr Einfluss während des Tages durch Reflexionkein bedeutender sein kann. Da die kalte Luft ihrer Schwere wegen beim ITerab-sinken stets dem Boden folgt, so wirkt sie, ehe dieser Strom die Ebenen selbsterreicht, viel mehr local als der ansteigende Luftstrom, der nur wenig durch Tem-peraturunterschiede in seitlicher Richtung von seinem verticalen Ansteigen abgelenktwird. Die bei dem aulsteigenden Luttstrome durch die Condensation des Dampfesfrei werdende Wärme trägt ebenfalls wesentlich dazu bei seine aufsteigeude Kraftzu vermehren und bis zu grossen Höhen zu erhalten.
Dass Localitäten, welche während des Tages durch Reflexion von Schueewän-deu erwärmt wurden, des Nachts ebenfalls durch absteigende kalte Luftmassen eineTemperaturermedngung erfühlen, ist nicht nur möglich, cs ist sehr häufige aber jeneMassen, welche während des Tages erwärmend wirken, müssen zu nahe stehen,um eine bedeutende Oberfläche, auf der sich Luft erkaltet hat, zu bieten. Diegrösste Masse der erkalteten Luft kömmt in solchen Tällen stets von Punkten,die theils wegen ihrer Lage, noch mehr wegen ihrer grösseren Entfernung, an derReflexion während des Tages keinen wesentlichen Antheil hatten. Es kann als einBeispiel für diese letzteren Verhältnisse das Ufer eines Gletschers angeführt wer-
1) Vergl. Untersuchungen etc. 1SÜ0. S. 302. u. a.