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ÜBER DEN GANG DES BAROMETERS.

des Barometers in der 24stiindigen Periode constant übertreffe. Daher geschieht esauch, dass das Minimum der berechneten Höhe nicht während der Nacht eintritt.Das Resultat der Berechnung der mittleren Höhe während der ganzen 24stündigenPeriode, 9673', zeigt, dass die Höhen von 10 Uhr Abends gegen 6 Uhr Morgensabnehmen werden, ohne jedoch während dieser Zeit ein absolutes Minimum zu er-reichen. Dasselbe ergiebt sich auch, wenn man versucht, für die fehlenden Nacht-stunden nicht die Höhenresultate selbst, sondern die fehlenden Barometer- und Ther-mometerstände durch Interpolation zu bestimmen und aus diesen die Höhe zu be-rechnen. Dass hier die Veränderungen der Wärme einen geringeren, also dieVeränderungen des Barometerstandes einen relativ grösseren Einfluss auf das Höhen-resultat haben als bei dem Vorhandensein eines grösseren Höhenunterschiedes zwi-schen den beiden Beobaehtungsstationen, stimmt auch mit dem Resultate überein,welches das Differentiiren der Barometerformel ergab; dabei zeigte sich nämlich, dassunter übrigens gleichen Umständen der Einfluss localer Temperaturen der relativenHöhe proportional ist.

Die obige Tabelle für Mailand und Genf lässt zugleich untersuchen, zu welchenStunden die Beobachtungen der wahren Höhe am nächsten kommen. Man hattebekanntlich aus Vergleichen von trigonometrisch bestimmten Höhenunterschieden mitden Resultaten barometrischer Messungen gefunden 1 , dass Morgens die Stunde um9 Uhr, Abends die Stunden von 5 bis 6 Uhr die grösste Uebereinstimmung mit derwahren Höhe zeigen. Auch die beiden nach Genf und Mailand berechneten Reihenscheinen dieses zu bestätigen, wenn wir das früher gefundene allgemeine Mittel von9734’ zu Grunde legen.

Bei der Vergleichung mit den 24stündigen Mitteln für jede einzelne Station zei-gen die angegebenen Stunden ebenfalls sehr kleine Abweichungen. Diese Stunden sinddemnach bei barometrischen Messungen als besonders günstig vorzugsweise zu be-rücksichtigen; die grössten Abweichungen, also die ungünstigsten Verhältnisse fürbarometrische Höhenbestimmung zeigen die Stunden in der Nähe des Temperatur-minimums.

Die absolute Grösse der Abweichung zu den übrigen Stunden ist zugleich nichtallein von der Tageszeit und der relativen Höhe abhängig; auch die Veränderungender Wärme in den verschiedenen Jahreszeiten und nach den örtlichen Verhältnissenhat darauf einen entschiedenen Einfluss. Besonders scheint der Umstand wichtig, dasssehr hohe Gipfel 2 , also zugleich solche, welche gewöhnlich nur eine sehr geringe

1) Der Einfluss der Tageszeit auf das barometrische Höhenmessen wurde zuerst von de Luc beob-achtet, und von Ramond, Horner, Berghaus, Delcros, Bravais u- A. specieller untersucht.

2) Beobachtungen auf sehr hohen Gipfeln, wie Mont-Blanc, Monte-Rosa etc. müssten die Höhestets zu gross ergeben, da sie gewöhnlich Mittags und bei gutem Wetter angestellt werden. Allein dieResultate der einzelnen bis jetzt vorliegenden Beobachtungen sind keineswegs regelmässig zu gross,sondern zeigen sowohl positive als negative Diftereuzen, die von anderen Umständen als von der Tages-periode abhängig scheinen.