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BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.
zu messen 1 . Seine Methode besteht darin, dass an einem Höhenkreise die Winkel-erhebung der Wolke über dem Horizonte abgelesen und dann beobachtet wird, wietief das Bild der Wolke unter dem Horizont zu liegen scheint, wenn dasselbe voneiner spiegelnden Oberfläche reflectirt wird. Bezeichnet II die Wolkenhöhe, h dierelative Höhe des Instrumentes über der spiegelnden Oberfläche, ci den Winkel desreflectirten Bildes unterhalb der Horizontalen, ß den Höhenwinkel der direct gese-henen Wolke, so erhält man
sin [cc —(i)
_ h. sinjct- f/j)sin (u — fl)
Je grösser h, desto genauer lassen sich die Wolkenhöhen tinden.
Wir benützten mehrere Male bei der Bestimmung der Höhe von Federwolkeneine sehr kleine Wasseransammlung, welche sich oberhalb der Stollen von Le Pisciebefand. Der Höhenunterschied zwischen dem Beobachtungspunkte und der reflecti-renden Oberfläche betrug 810 Par. Fuss.
In einem so grossen Gebirge wie die Alpen kann die Höhe der Wolken sehrhäufig auch dadurch bestimmt werden, dass dieselbe unmittelbar mit den Höhengegenüberstehender Berge (und einzelner Theile ihrer Abhänge) verglichen wird. Inden Umgebungen des Monte-Rosa , des Berner-Oberlandes und in anderen sehrhohen Alpenthälern finden sich gewöhnlich nach jeder Richtung Gipfel, welche dieWolkenhöhe überragen. Besonders sind solche Beobachtungen dann sehr gut aus-zuführen, wenn die Wolke den Berg selbst berührt, weil dann keine parallactischeVerschiebung möglich ist; doch war diese bei unseren Beobachtungen am Monte-Rosa auch deshalb bei kleinen Abständen nicht sehr störend, weil wir uns selbst(aut der Vincenthütte z. B.) sehr häufig nur wenig über oder unter dem Niveau derWolken befanden. Gewöhnlich durfte man aber nur kurze Zeit warten, um dieWolke gegen die eine oder die andere Seite der Kämme herangetrieben zu sehen.
Als Scala für diese Höhenbestimmungen dienten uns die Aufnahmen der aequi-distanten Horizontalen, deren Reduction auf Taf. I des Atlas enthalten ist.
Die am öftesten vorkommende Wolkenform während unseres Aufenthaltes inden Umgebungen des Monte-Rosa war der Cumulus oder die Haufenwolke; wirsahen sehr häufig, wie diese Wolken mit dem ersten Beginnen eines aufsteigendenLuftstromes gegen 9 Uhr Morgens sich bildeten, dann sich langsam hoben, undAbends ebenso regelmässig sich senkten. War die Luft feuchter, so dass sich statteinzelner Plaufenwolken mehr oder weniger zusammenhängende Bänke von Cumu-lostratus bildeten, so war auch ihre Höhe merklich geringer.
Die gewöhnliche Höhe des Cumulostratus, der Mittelform zwischen Schicht-
1) Annales de cliim. et de pliys. Ser. III, T. XXIX, S. 497. 1 j ogg. Ann. LXXVII, S. 156.