HOHE DElt WOI.KEN.
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wohl nicht selten Wolken bereits von dem helleren Blau des Himmels sich nichtmehr unterscheiden, welche aber noch ziemlich deutlich zu erkennen sind. In grossenHöhen ist solchen Beobachtungen sowohl die Durchsichtigkeit der Luft, als auchder Umstand günstig, dass man der zu messenden Wolke bereits um einen sehrmerklichen Theil ihrer Höhe näher steht.
Einige dieser feinsten Federwolken fanden wir, durch Spiegelung bestimmt,nahe 40000 Fuss hoch; die Messung derselben ist jedoch sehr schwierig, weil ihrreflectirtes Bild ungemein schwach ist.
Gewitter kommen bisweilen noch in grossen Höhen vor. Spuren des Blitzesan Felsen, roches foudroyees, fanden Martins und Bravais noch bei 4052 Meteran den Wänden einer Felsennadel, die zum Dome du Goüte gehört 1 .
Gewöhnlich sind während der Gewitter auch die höheren Thäler mit Nebelnerfüllt, welche die Beobachtung sehr beschränken. Ich erinnere mich nur eineseinzigen Falles, wo wir ein Gewitter in sehr grosser Höhe sahen, nämlich am0. August 1851 um 4 h 15' p. m. Einige dunkle Gewitterwolken, die wir von derHasli-Scheideck aus beobachteten, reichten nur wenig unter die Spitzen der Wetter-hörner und hatten die bedeutende Höhe von nahe 12000 Fuss; unterhalb derselbenbildeten sich nur vorübergehend kleine Nebel während des Regens. Erst nachdemder heftige Regen mehr als eine halbe Stunde gedauert hatte, waren die Thäler vonRosenlaui und von Grindelwald so mit Nebeln angefüllt, dass man nicht mehr er-kennen konnte, bis zu welcher Höhe die Gewitterwolken herabreichten 2 .
Einen interessanten Fall eines sehr hohen Hagelwetters erfuhr ich 1852 in Par-tenkirchen , bayerische Alpen. Das Gewitter hatte erst zwei Tage vor unserer An-kunft stattgefunden; ich hatte daher Gelegenheit alle Details sehr genau zu erfahren.
Der Hagelfall fand statt am 31. August 1852 zwischen 5 und 6 h p. m. Die Ha-gelwolken bildeten einen schmalen Streifen, der sich vom Wetterstein über die Drei-thorspitzen hinwegzog und, dem Kamme folgend, die Kothbachspitze, die Sonnen-spitze bis etwas westlich vom Gatteriepass bestrich. Die Horizontalcurve von5000' auf der Zugspitzkarte scheint sehr nahe der Verbreitung des Hagelfalles zuentsprechen; auf die Weiden auf der linken Seite der Partenach war kein Hagelgefallen. Nach der bestimmten und übereinstimmenden Aussage der Hirten von derWettersteinalpe, der Oberangerhütte und der steinernen Hütte im Geistliale warenbis zu 8000' Höhe grosse Hagelkörner in reichlicher Menge gefallen, die Wolken
1) Annuaire 1850 S. 132. Auch am Grossglockner scheint der Blitzableiter, den Fürst Salm 1799errichten liess, vom Blitze getroffen und in seine jetzige flach am Boden hingestreckte Lage gebrachtzu sein. Vergl. Unters. 1850 S. 193.
ln den Tropen, wo durchschnittlich die Wolken höher stehen, reichen auch Gewitter- und Hagel-wolken viel höher; A. v. Humboldt sah am Chimborazzo am 23. Juni 1802 noch bei 17500' Hagel fallen.
2) Bisweilen scheinen hingegen Gewitter ungemein tief aufzutreten. Vergl. die sehr interessantenAngaben von Haidingfr in den Wiener Berichten 1852.
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