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BEOBACHTUNGEN fliEll LUE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.

bedeckten nur leicht die Kothbachspitze 8434', die Wetterspitzen 8408', währendsich die etwas östlicher gelegenen Berge, die Kahrlspitze 8228', die Dreithorspitzen8057' u. s. w. unterhalb der dunkeln Hagelwolken befanden und erst gegen dasEnde des Gewitters von Nebeln eingehüllt wurden. Auf der Schachenalpe lagendie Körner im Durchschnitte mehrere Zoll hoch auf der ganzen Fläche. Nach denAngaben des Forstwartes Hrn. Kiendl können die grössten 4 bis 6 CubikcentimeterInhalt gehabt haben. Die Hirten, die am folgenden Tage überall nach den verun-glückten Schafen suchten, fanden die Hagelkörner noch reichlich bei 8000'; nur diehöchsten Gipfel selbst waren mit Graupeln und Schnee bedeckt, der nicht mitHagel untermischt war.

Bewegungen der Wolken. Winde von verschiedener Richtung, die sichüber einander bewegen, sind eine sehr häufige Erscheinung, wenn man Gelegenheithat, an schönen und verhältnissmässig trockenen Tagen die Bahnen der kleinenHaufenwolken zu beobachten. Eine geringe Grösse der Wolken ist deswegen vor-theilhaft, weil sie sich dann mit geringerem Widerstande den Einflüssen auch schwa-cher Luftströmungen anschliessen.

Dass eine vollkommene Ruhe der Luftschichten in der Nähe des Bodens unge-mein selten ist, ist bekannt; besonders sind es die Abweichungen der Oberflächevon der regelmässigen ebenen Gestalt, welche zu mannigfachen schwächeren Luft-strömungen Veranlassung geben, die von thermischen Ungleichheiten herrühren. Einsehr gutes Mittel, sich auch von diesen schwächsten Winden zu überzeugen, bietetder Rauch einer mit Grünspan gefärbten Kerze (wie sie bekanntlich Faraday zuseinen diamagnetischen Versuchen anwandte). Der Rauch solcher Kerzen ist langeanhaltend *und zugleich sehr deutlich, auch im Freien, zu unterscheiden; er kannmit Vortheil angewandt werden, um die kleinen periodisch wiederkehrenden Luft-strömungen in der Nähe des Bodens zu zeigen.

Auch in der freien Atmosphäre treten sehr wesentliche Unterschiede in denWindesrichtungen ein; nur ist hier die Ursache eine andere, indem sich hier übereinander wegströmende Luftmassen oft in mannigfacher Verschiedenheit der Rich-tung und der Intensität gleich uferlosen Strömen bewegen. Die Uebereinstimmungin der Windesrichtung in der Nähe der Ebenen und in grossen Höhen scheintfast zu den Ausnahmen zu gehören 1 .

Auch das Aufsteigen kleiner Ballons lässt sehr häufig erkennen, dass sehr ver-

1) Vergl. die schönen Beobachtungen von J. M. Beetrand de Don.. De la fiequence compareedes vents superieurs et inferieurs sous le climat de Puy en Velay. Ann. meteor. de la France 1851p. 356. Unter 2100 Beobachtungen in den Jahren 1849 und 1 8 ,j(.) zeigte die Richtung der Wolken nurin 562 Fällen eine Uebereinstimmung der Windesrichtung oben und unten; in sehr vielen Fällen liessen