EISKRYSTALLE IM STOLLEN I)EIt VINCENTIIÜTTE.
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Aehnliche Bestimmungen dürften bequemer auszuführen sein, wenn man dieNeigung des Regens beim HerabfaJien selbst bestimmte und diese mit der gemes-senen Schnelligkeit des gleichzeitigen Windes vergliche 1 .
4. Eiskrystalle im Stollen der Yincentliiitte.
Unmittelbar neben der Vincenthütte befand sich ein Stollen, der, wie bereitsoben S. 155 erwähnt, zur Ausbeutung einiger Golderzgänge angelegt worden war.
Das Mundloch dieses Stollens befand sich 80 Fuss tiefer als die Vincenthütte(9734 P.F.), also nahe 500 Fuss über der Schneegrenze am Monte-Eosa.
Die inneren Wände dieses Stollens, der nun seit vielen Jahren nicht mehr be-arbeitet wurde, waren durch allmählige Condensation der atmosphärischen Feuch-tigkeit mit einer zusammenhängenden Eislage überzogen, auf welcher Tausende vondeutlich ansgebildeten Eiskrystallen aufsassen.
Die Dimensionen dieses Stollens waren sehr klein.
Die ganze Länge vom Eingänge bis zum Ende betrug 135,5 P.F., die Höheim Mittel 5 Fuss. Am Eingänge selbst betrug sie, wegen der Erhöhung des Bo-dens, nur 4 Fuss; an einer kurzen Strecke nahe der Mitte 5,5 Fuss. Die Richtungwar vom Eingänge bis zu 90 Fuss Entfernung S. 55° W., von 90 Fuss bis zum EndeS. 40° W. Die Oeffnung war nach Ost-Nord-Ost exponirt und wurde auch imHochsommer nur sehr kurze Zeit von der Sonne getroffen. Das hintere Ende liegt6 Fuss höher als der Eingang.
Die Eisbildungen, welche dieser Stollen enthielt, waren, wie sich sogleich er-kennen liess, von zweierlei Art. Auf dem Boden lag eine horizontale Schicht vonglattem durchsichtigem Eise, die am Eingänge nahe 1 Fuss Mächtigkeit hatte undsich bis oOIuss nach Innen erstreckte, indem sie gleichzeitig an Dicke abnahm;auf dieser sassen viele nierenförmige Erhöhungen, durch Abträufeln entstanden, wieStalagmiten auf. Diese Eislage, ebenso wie ein Eisüberzug der unteren Theile derWände, zeigte keine Krystalle und war nur durch Eindringen des atmosphärischenWassers oder durch Schmelzen der an der Decke haftenden Eiskrystalle entstanden.
Diese letzteren waren am Eingänge selbst nicht vorhanden; sie begannen erstbei 33 Fuss Entfernung, erreichten bei 94 Fuss ihre grösste Häufigkeit und vermin-derten sich wieder gegen- das Ende. Sie waren also vom Eingänge so weit ent-fernt, dass nur die gas- und nebelförmige atmosphärische Feuchtigkeit, nicht di-
1) Bei Gewittern liesse sich vielleicht, wenn die Höhe der Wolken bestimmt ist, die mittlereSchnelligkeit des Regens finden, indem man den Zeitunterschied zwischen dem Blitze und dem Ein-treffen der plötzlichen Anschwellungen des Regens vergliche, da Abbe Rknou’s Versuche (Cosmos, revueeneycl. 1853) zeigen, dass in den Wolken diese Vermehrungen des Niederschlages gleichzeitig mit derEntladung zu beginnen scheinen.