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BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.
rectes Eindringen von Kegen und Schnee ihre Bildung veranlassen konnte. Gruben-wasser war nirgend vorhanden; es war dies ohnehin wegen der geringen Wärmeder Felsen in solchen Höhen zu erwarten. Ein Thermometer, welches 10 Centi-meter tief in einem alten Bohrloche eingeführt war, stand während unseres ganzenAufenthaltes beständig unter 0 (—0,4 bis —0,S° C.).
Die vorherrschende lorin der Eiskrystalle waren sechsseitige Tafeln, die sichzu strahlenförmig gestalteten Gruppen an einander reihten, eine Form, die bei denSchneeflocken häufig vorkömmt; auch hohle Pyramiden mit Prismenflächen fandensich hier häufig 1 . Besonders interessant aber war das wiederholte Auftreten vondeutlichen Rhomboedern, die unmittelbar auf der Eisdecke des Stollens aufsassen;sie erreichten 2 bis 4 Millimeter Länge und fanden sich oft ziemlich zahlreich ne-ben einander. Von den letzteren, ebenso von den sechsseitigen Tafeln gelang esuns Copien zu machen.
Die kleinen Eiskrystalle, deren Anzahl eine hinlängliche Wiederholung des Ver-suches gestattete, wurden in Wachs getaucht, welches zuerst geschmolzen war unddann soweit abgekühlt wurde, dass nur eine ganz kleine Stelle flüssig blieb. Indiese wurde der Eiskrystall eingetaucht, der zwar sogleich schmolz, aber auch dasumgebende Wachs erhärtete. Diese hohlen Formen wurden mit einem TröpfchenStearin ausgefüllt und so die positiven Copien erhalten 2 .
Ich habe auf diese Weise sehr viele der kleinen Eiskrystalle copirt, die sichbei näherer Untersuchung ganz deutlich als Rhomboide zu erkennen gaben 3 . Sehrhäufig war es der Fall, dass mehrere neben einander sitzende Krystalle die gleich-namigen Flächen gleich gerichtet hatten und gleichzeitig spiegelten. Auch bei meh-ren unserer Copien liess sich dies sehr gut beobachten. Die erhaltenen Stearin-copien spiegelten zwar, allein die Flächen waren nicht eben genug, um Winkel-messungen mit Sicherheit vornehmen zu können.
An den Kanten der sechsseitigen Tafeln liessen sich sehr häufig auch die Flä-chen der sechsseitigen Pyramide erkennen 4 .
1) Yergl. die Beobachtungen von ähnlichen Formen in Kuersinger und Spitalkr’s Besteigung desGrossvenedigers S. 87 und besonders die Beobachtungen von A. Sciirütter in den Wiener Berichten, April1853. Deutlich ausgebildete sechsseitige Tafeln werden sehr häufig in den höheren Theilen der Andengefunden, wie Herr von Humboldt die Güte hatte uns mitzntheilen. Oft ist diese Form bei ziemlichstarken Schneefällen die vorherrschende. Die Spanier nennen diese kleinen Eistafeln babacaras (Ver-wunder des Gesichtes).
2) Auch diese positiven Abformungen wurden an Ort und Stelle gemacht , da wir sehr gute Stea-rinkerzen bei uns hatten.
3) Bekanntlich hat Leutiiold in Wien ein deutliches grosses Rhomboeder aus einer horizontalen Eis-decke durch Spalten erhalten.
4) Es war uns sehr interessant, mit diesem Vorkommen von Eiskrystallen auch das Auftreten ge-frorner Bodenschichten ganz in der Nähe vergleichen zu können.
Biese fanden sich etwas tiefer bei 9200 Fuss nahe dem Bergwerke Le Piscie. Eine mächtigeSchutthalde von 32° Neigung an der äusseren Oberfläche war an eine sehr steile Felsenwand angela-