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ÜRER DAS ALPENGLÜHEN UND EIE RELATIVE HELLIGKEIT DER SCHNEE FLACHEN. 479

gesteigert werden sollte, so ist doch jedenfalls dieser Theil des Lichtes nur einsehr geringer.)

Am wichtigsten dürfte dabei der Umstand sein, dass helle Bergflächen jederArt, auch wenn sie nicht mit Schnee bedeckt sind, diese Erscheinung zeigen, wäh-rend die nächtliche Helligkeit (Nr. 4 b) nur an Flächen von Schnee und Eis vorge-kommen ist, und zwar unabhängig von dem Vorhandensein eines hellen Abendhim-mels und von der Exposition derselben gegen Westen und Nordwesten.

Das Fehlen der entsprechenden Phänomene am Morgen konnte zwar, da eshier mit dem Mangel einer vorhergehenden Insolation zusammenfällt, Phosphores-cenz des Abends vermuthen lassen; doch erklärt sich, wie bereits erwähnt, derMangel des Alpenglühens am Morgen weit einfacher durch die geringeren Gegen-sätze zwischen dem beleuchteten und dem nicht beleuchteten Theile des Firmaments.

Entschiedene Phosphorescenz scheint hingegen bei folgenden Phänomenen ein-zutreten :

Während der ersten Nachtstunden bemerkt man bisweilen an den schneebe-deckten Flächen der Alpengipfel, in den Ebenen im Winter auch an anderenSchneeflächen, eine eigenthümliche Helligkeit, welche in den Alpen gesehen, andie zweite Färbung nach Sonnenuntergang erinnert, und auch häufig unmittelbaran diese sich anschliesst, ohne jedoch, wie ich glaube, mit dieser zusammenzuhän-gen. Ich führe zunächst einige Beispiele an.

Von der Vincenthütte bemerkten wir mehre Male, besonders in der Nacht vom12. zum 13. September 1851, dass die Schneeflächen während der ganzen Nachthell vom Hintergründe sich erhoben, obwohl das Firmament mit einer gleichförmi-gen Wolkenschicht bedeckt war; ungeachtet nahe Vollmond war, zeigte nirgendsder geringste Glanz einzelner Wolkenstellen das Vorhandensein von Wolkenlückenan, die uns etwa parallactisch verdeckt gewesen wären. Auch in den Thälern Pie-monts und der Schweiz bemerkten wir mehrmals eine grössere Helligkeit der Schnee-flächen im Gegensätze zum gleichmässig bedeckten Himmel. Da es aber in Thälernnicht möglich ist, den Horizont so gut zu überblicken, wie auf der Vincenthütte,wäre es in diesen Fällen nicht ganz ausgeschlossen gewesen, dass seitliche Beleuch-tungen stattfanden, obwohl hier die Abwesenheit des Mondes und die ganze Be-schaffenheit des Wolkenhimmels dies nicht erwarten Hessen .

Als Beispiele für ähnliche Verhältnisse dürften noch folgende Beobachtungenangeführt werden.

Herr Prof. Bertz theilte mir mit, dass er bei einem Uebergange über den Colde Bälme in einer ganz finstern Nacht, wobei es nicht möglich war die nächstenGegenstände zu unterscheiden, den Glacier des Bois über die Breite des Chamouni-thales ganz deutlich als eine helle Fläche sehen konnte.