BEOBACHTUNGEN UND BEMERKUNGEN ÜBER DIE CHEMISCHE WIRKSAMKEIT DES UCHTES. 48 1
frische Schnee immer an sich etwas weisser ist als jener, der bereits einige Tagehindurch den kleinen Niederschlägen des atmosphärischen Staubes ausgesetzt war.
Die mit verhältnissmässig kleinen Körpern angestellten Versuche über Phospho-rescenz zeigen allerdings eine weit kürzere Dauer, während die nächtliche relativeHelligkeit des Schnees mehrere Stunden, oft die ganze Nacht hindurch anhält. Eskönnte dies vermuthen lassen, dass hier ähnliche Lichterscheinungen sich mit derPhosphorescenz verbinden, wie man sie bei dem Festwerden flüssiger Körper hieund da beobachtet hat; dafür scheint besonders der Umstand zu sprechen, dassdiese Erscheinung sowohl an Bergen als in den Ebenen vorzüglich dann eintrat,wenn der Schnee vom Tage her etwas mit Wasser durchtränkt war, was Nachtsallmählig gefror.
Die relative Helligkeit des Schnees war nie sehr bedeutend, sehr oft, wie er-wähnt, so gross, dass man sie bestimmt erkennen, aber doch zugleich nur an solchenFlächen wahrnehmen konnte, die unmittelbar vom Firmamente begrenzt waren 1 .
4. Beobachtungen und Bemerkungen über die chemische Wirksamkeit
des Lichtes.
Die chemische Wirkung des Lichtes wurde durch die Schwärzung eines mitChlorsilber inprägnirten Papieres untersucht. Ich benützte dabei das von HerrnSchall in Berlin angegebene Verfahren, wobei das Papier zwar nicht sehr empfind-lich wird, aber zugleich durch die Präparation eine stets gleiche Empfindlichkeitgesichert bleibt, so lange dieselbe Papierkarte angewandt wird.
Herr Schall, der mir erlaubte seine Präparation des empfindlichen Papiereshier mitzutheilen, verfährt auf folgende Weise:
Streifen von leicht geleimten Kartenpapier, etwa von der Stärke des Bristol-papiers, aber von etwas geringerer Glätte und Consistenz, werden zuerst in einevollkommen gesättigte Salmiaklösung gebracht und verweilen in derselben 2 bis 3Minuten; dann werden sie zwischen Fliesspapier getrocknet.
Die zweite Präparation geschieht unmittelbar nach dem Trocknen durch Ein-tauchen in eine Auflösung von Höllenstein in Ammoniak . Diese Flüssigkeit wird
I) Es gelang mir nie, ein Maass dieses Helligkeitsunterschicdes aufzufinden. Gewöhnlich wird nachden Versuchen von Lambert angenommen, dass für massig helle Flächen c ' ö stel des Helligkeitsunter-schiedes hinreicht, um die beiden Flächen als verschieden hell unterscheiden zu können. Bei so schwa-chem Lichte, wie in den vorliegenden Fällen, dürfte aber der Unterschied gewiss bedeutend wenigerbetragen haben. — Dass dies nächtliche Leuchten des Schnees nicht vom Luftdrucke begünstigt wird,glaube ich aus einigen Versuchen mit (durch Wärme) phosphorescirenden Flussspathen bestimmt erkanntzu haben. Unter der Luftpumpe, in der sich gleichzeitig ein Ihermometer befand, erloschen sie s,tetsnahe in gleicher Zeit mit jenen, die in der freien Luft (bei gleicher Wärme) und ebenfalls in einem ganzdunkeln Raume beobachtet wurden.
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