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Öl 2 VERBREITUNG UND AUSDEHNUNG DER GLETSCHER IN DEN VERSCHIEDENEN ALPENGRUPPEN.

Schneegrenze. Mittel 8550'. Grösste Höhe 9100'. Geringste Höhe 8300'.

Gletscher im Allgemeinen. Mittel G800 bis 6900'.

Primäre Gletscher. Sie enden in den westlichen Alpen im Mittel bei 5000,östlich vom Berneroberland bei 6200 P.F. Die Ursache der letzterenHöhe ist theils die geringere Neigung der Abhänge und Thalsohlen,theils die geringere Ausdehnung der Gletscheroberfläche.

Secundäre Gletscher. In den westlichen Alpen 6800', in den östlichen 7000'.

Nach oben sind die Gletscher auf zweierlei Weise begrenzt. Erstens bildet dasAufhören der Firndecke die Grenze zwischen Eis und Firn; zweitens findet nochweiter nach aufwärts durch den „Bergschrund“ eine zweite Trennung zwischen derFirnmulde und den Schneebedeckungen der obersten Felsenkämme statt.

Die Firndecke überlagert das Eis mit einer thalaufwärts anwachsenden Mäch-tigkeit. Ihre untere Grenze wurde von Hugi Firnlinie genannt. Sie zeigt in denverschiedenen Alpengruppen Veränderungen, die jenen der Schneegrenze analog sind,und ist auch, wenn einzelne Jahre von ungleichen Temperaturverhältnissen sich fol-gen, grösseren Oscillationen ihrer Höhe unterworfen, als man Anfangs glaubte.

Eine andere Trennung ist die des Firnmeeres von den Bergspitzen, welche esumgeben. Diese tritt zugleich mit dem Beginne deutlicher Muldenbildung ein undist gewöhnlich durch Bimayes, Bergschriinde, erkennbar; diese entstehen zunächstdurch die Bewegung des Gletschers, an der auch das Firnmeer theilnimmt, undwerden während des Sommers gewöhnlich bedeutend erweitert.

Sie sind unmittelbar mit der Bodengestaltung zusammenhängend, treten an ver-schiedenen Gletschern in sehr ungleichen Höhen auf und sind von den meteorologi-schen Verhältnissen unabhängig; in topographischer Beziehung aber sind sie als derwahre Anfang des Gletschers und seines Firumeeres zu betrachten.

Als die relative Tiefe, welche ein Gletscher erreicht, lässt sich demnach nurdie Differenz zwischen seinem unteren Ende und der Schneegrenze oder Firnliniebetrachten; die Schneegrenze ist wohl der Firnlinie vorzuziehen; Durociieb 1 hatdiese relative Tiefe (oder amplitude verticale) für verschiedene Gletscher zusammen-gestellt. Sie nimmt mit der wachsenden geographischen Breite rasch ab 2 .

Zusammenstellung mit den climatischen Verhältnissen.

Wir wollen nun den Zusammenhang der Gletscher mit den climatischen Ver-hältnissen näher untersuchen.

Die Temperatur des Sommers an jener Stelle, wo ein Gletscher endet, hat

1) Les glaciers du Nord et du eentre de l’Europe. Annales des mines 4me Rer. Bd. 12 p. 63.

2) Vergl. auch Forbes neuestes Werk über die Gletscher von Norwegen .