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V. Oberer Alpenkalk.
Es ist dieses ein heller, gelblich weisser, zuweilen fast ganz reiner Kalkstein,welcher an der Zugspitze , an der Alpspitze und an der Wettersteinwand u. s. w.in mächtigen Lagen auftritt, und hohe steile Felsenwände bildet.
Diese Gesteine sind deutlich die Decke aller jurassischen Ablagerungen in die-sen Alpentlieilen; jedoch ist bis jetzt die Untersuchung der darin enthaltenen Ver-steinerungen noch nicht weit genug vorgeschritten, um mit hinreichender Sicherheitdas Alter dieses oberen Alpenkalkes näher festzustellen.
An mehreren Punkten, zum Beispiel auf dem Gipfel der Zugspitze , im Höllen-tlialkahr, an der Wettersteinwand, in der Mulde zwischen dem Söller- und demThörl -Pass u. s. w. treten oft ungemein zahlreiche kleine Korallenreste auf; Sciiaf-iiaütl hat einige dieser Korallen als Nullipöra annulata beschrieben und abge-bildet. (Leonii. und Bronn’s Jahrbuch 1853 S. 303 Taf. VI, Fig. 1.)
Ferner fanden sich auf der linken Seite des Höllenthaies am Fusse des Wach-sensteines „Auf der Stange“, ebenso wie auf der südlichen Seite der Zugspitze „Aufdem Platt“, nicht weit von dem unteren Ende des Plattachergletschers, mehrereExemplare von Nerineen. Nach Hauer’s Vergleichung scheinen diese Nerineen ganziibereiuzustimmen mit denen des Plassen bei Hallstadt . „Der dortige Kalkstein istbeinahe sicher identisch mit den so petrefaktenreichen Schichten von Stramberg inMähren ; und diese letzteren scheinen nach den neueren Untersuchungen IIohen-egger’s vielleicht schon zur Neocomienformation zu gehören.“
In den gleichen Verhältnissen und mit sehr ähnlichen äusseren Formen, wie ander Zugspitze und am Wetterstein , setzt der obere Alpenkalk auch die höherenTheile und Gipfel des Kahrwendelgebirges zusammen, welches unmittelbar im Ostender hier näher betrachteten Gebirgsgruppe sich erhebt, und durch die wichtige Ein-senkung des Isartliales von derselben getrennt ist.
Auch nördlich von dem Gebiete der Karte, in den Umgebungen des Ammer-thales, tritt der obere Alpenkalk nochmals hervor. Man trifft denselben an den La-berköpfen, auf der nördlichen Abdachung des Laberberges, ferner an dem kleinenaber steil abgedachten „Kofel“, welcher sich unmittelbar südlich von Oberammer-gau mit pittoresken Formen erhebt und in seiner westlichen Verlängerung aufden nördlichen Abhängen des Brunnberges u. s. w. Es zeigt sich hier derselbeweisse, massige Kalk wie an der Zugspitze , auch enthält er stellenweise ganz diegleichen kleinen Korallenreste. Man findet die letzteren z. B. an den Laberköpfen,links vom Wege, welcher in nördlicher Richtung von der Soile-Alpe zur Weidach-lalme führt, und besonders ziemlich zahlreich in den Schutthalden auf der südlichenund südöstlichen Abdachung des „Kofels“.