IIEBUNGSVERIIÄLTNISSE.
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Von einem höheren Punkte aus sieht man sogleich, dass die beiden letzterenStreifen sich correspondircn und wohl in derselben Dislocationslinie liegen. liis zurSohle des Oberrainthaies dürften die dunkelen Kalkmergel nicht mehr herabreichen,sie verschwinden, wie mir wenigstens deutlich schien, schon früher an den steilenWänden zu beiden Seiten des Thaies, zwischen den enger zusammengepresstenK alksteinmassen.
Längs der Dislocationsspalten treten an einigen Punkten stockförmige Masseneiner sehr porösen und cavernösen hellgelben und röthlichen Rauchwacke auf, wel-che jedoch meistens mit Säuren braust, und in einen sehr zelligen Kalk übergeht.
Es erinnert dieses lebhaft an das ähnliche Vorkommen von Rauchwacke undGips längs grosser Ilebungs- und Verwerfungslinien in der Schweiz , welches Stu-dek und neuerdings Biiunner 1 treffend hervorgehoben haben.
Zum Schlüsse möge noch mit wenigen Worten das Rainthal besprochen wer-den, welches in so ausgezeichneter Weise tief in das Innere dieser Gebirgsgruppeeindringt. In seinen vorderen Theilen ist dasselbe ein entschiedenes Querthal, dessenceffenwärtisre Formen vielfach durch die Erosion 2 der Gewässer in den thonigenKalken und Mergeln bedingt wurden. Später wird dasselbe jedoch ein ausgezeich-netes Längenthal mit etwas breiterer Sohle, bis es zuletzt in eine jener weitenMulden endiget welche für die Thäler der Alpen überhaupt so charakteristisch sind.Da, wo es ein Längenthal ist, erscheint es zugleich als ein synclinales Thal, indemsich die Schichten der hohen Kämme auf den beiden Seiten mit ziemlich entgegen-gesetztem S.S.O.- und N.N.O.- oder N.O.-Fallen gegen das Thal hereinneigen.
B. Gebirgszüge zwischen der Loisaeli und Amper.
Der Dolomit des unteren Alpenkalkcs, welcher die Kämme der Nothberge unddes Kühnjoches zusammensetzt, und sich von hier noch weiter nach Westen überden Kucliel- und Friederberg erstreckt, bildet am Brunsteikopf, Schafkopf u. s. w.mit einem Fallen nach S.S.W. die Unterlage der dunkelen, mergeligen Kalke derunteren Lias-Formation. Jedoch weiter im Inneren des Dolomitzuges, an der Nothauf der linken Seite des oberen Giessenbachthales, ebenso wie zu beiden Seiten desAlpbaches herrscht N.N.O.-Fallen, während endlich an dem nördlichen und nord-östlichen Abfall dieser Berge die Schichten wieder in entgegengesetzter Richtungtheils nach S.O., tlieils nach S.S.W. oder S. geneigt sind.
Es haben hier also wohl mehrfache Erhebungen und Zusaunnenschiebungenstattgefunden.
1) Bbünnek, über die Hebungsverhältnisse der Schweizer Alpen. Zeitschrift der deutschen geolo-gischen Gesellschaft. III. 1851. S. 554.
2) Hin schönes Beispiel für die Kraft dieser Gebirgsbache gewähren die tiefen und steil eingesehnit-lenen Hrosions-Rinnen der Partnach an der vorderen, mittleren und hinteren Klamm.