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Sehr unregelmässige Lagerungsverhältnisse trifft man, wenn man ein Profilsüdlich über die Kalkmergel des Lahnewiesgrabens hinweg auf den Kramer zieht.
Es folgen hier am ganzen Kramer, bis zum G085 P. F. hohen Gipfel desselben,mächtige Dolomitmassen deutlich über den Schichten des unteren Lias. Wenn manzunächst die unmittelbaren Umgebungen des Kramerberges untersucht, so scheintes anfangs allerdings, als ob die aufgelagerten Dolomite jünger sein müssten, alsdie darunter befindlichen Schichten des Lahnewiesgrabens. Wenn man jedoch denDolomitzug des Kramer in seiner westlichen Fortsetzung verfolgt, so kann man sichbestimmt überzeugen, dass diese Gesteine mit dem gewöhnlich in diesem Gebieteals unterer Alpenkalk auftretenden Dolomit verbunden werden müssen.
Der Dolomitzug, welcher am Kramer eine so grosse Breite besitzt, wird nämlichweiter nach rückwärts am linken Ufer der Loisach über den Griesberg und Ofen-berg hinweg immer schmäler, er hängt deutlich mit den ganz gleichen, auf dasrechte Ufer der Loisach hinübersetzenden Gesteinen zusammen, welche sich dann,ohne die geringste Unterbrechung ihres Zusammenhanges zu erleiden, an den Tliörlenund am Eibsee unmittelbar als die Grundlage der unteren Lias-Formation erweisen.
Der Dolomit wurde am Kramerberg offenbar längs einer tiefen Verwerfungs-spalte durch einen mächtigen Druck über die jüngeren Formationen herübergeschoben.
Diese Ansicht findet auch darin eine Bestätigung, dass die Auflagerungsverhält-nisse weit weniger regelmässig sind, als man bei der ersten Beobachtung an manchenPunkten vermuthen könnte. Am westlichen Ausläufer des Ofenberges sieht manzum Beispiel, dass die Dolomite, welche zunächst über den nach Süden oder nachSüd 12° Ost fallenden dunkelen Kalkmergeln folgen, mit etwa 47° nach N. 30° O.fallen, während etwas weiter entfernt, auf der südlichen Seite des Jägerecks, dieSchichten nach S. circa 30 — 45° O. geneigt sind. Zwischen diesen beiden Punktensind die Schichten mannigfach verdrückt und gebogen. Aehnliche Verhältnisse wie-derholen sich noch öfter längs der nordwestlichen Grenze des Dolomites .
Auch am Kramer ist ein sehr bedeutender Unterschied in der Neigung derDolomit- und der tieferen Mergel-Schichten vorhanden, welche von der ersteren inganz abweichender Lagerung bedeckt werden. Die Dolomitschichten am Kramer fal-len mit 30 bis 40° Neigung nach S. oder nach S. 15 bis 25° W., jene am Hirsclibühel-Grat mit 46° nach S. 9° W., während hingegen die rothen Lias-Mergel und Kalk-steine auf der rechten Seite des Lahnewiesgrabens, unterhalb des Hirschbühels unddes Stepberg-Ecks, mit weit steileren Winkeln von 00 bis 80°, ja zuweilenfast 90° nach S., S.S.W. oder auch S.S.O. einfallen. Man kann am Bache die schönentblössten Schichten oft weit verfolgen; und man sieht hier, dass die Streichungs-linie derselben vielfach wellenförmig gekrümmt und verdrückt ist; es zeigen sichdaher, wie auch auf der Karte angegeben ist, oft in geringer Entfernung ziemlichabweichende Fallrichtungen.
Diese so unregelmässige Ucbcrscliiebung des Dolomites über die jüngeren For-