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GEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE.

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Unterhalb „der Stiegen“ verliess ich den gewöhnlichen Weg, um eine westlichgelegene etwas grössere Schnee- und Firnmasse zu untersuchen, welche hier „Kees“ 1genannt w’ird. Sie besteht zum grössten Theile aus losen Firnkörnern; nur da wosie auf dem Boden selbst aufliegt, finden sich kleine Lagen festeren Eises. Auchzeigte sie weder Spalten noch die übrigen für kleine secundärc Gletscher charakte-ristischen Eigenschaften.

Von den letzten kleinern Weideplätzen gelangt man sehr bald auf den Kammdes Gebirges, der unmittelbar gegen die Spitze führt; um 11 h 30' a. m. erreichtenwir den höchsten Punkt der Treffauerspitze, nachdem wir J Stunden dem Kammegefolgt waren; dieser Kamm ist ziemlich schmal und zuweilen nur 2 bis 4 F. breit.Das Barometer stand hier (Höhe 7244,3 Par. Fuss) um 12 h auf 570,0 M. M. DasThermometer zeigte bei schwachen Nordostwind -{- 2,1° C.

Die dichten Nebel, welche uns auf den höheren Punkten grösstentheils umga-ben, gestatteten uns nur von Zeit zu Zeit einzelne Bruchstücke der umfassendenund belehrenden Aussicht auf die umgebenden Alpenzüge näher zu betrachten. Esfiel vor allem in die Augen der lange, beschneite und beeiste Zug der Tauernmit der breiten Masse des Venedigers und der steilen Pyramide des Grossglockners.Einen schönen Gegensatz zu diesen Gipfeln der Hochalpen bildeten die näher gele-genen Bergrücken mit ihren dunkeln Tannenwäldern, grünen Weideplätzen undzahlreichen Alpenhütten, während gegen Norden zuweilen zwischen den Wolken-massen einzelne Streifen der weiten bayerischen Hochebene am Fusse des Gebirgessich erkennen Hessen .

Die folgenden geologischen Formationen treten am Kaisergebirge undseinen Umgebungen auf:

1. Der Thonschiefer, mit einzelnen kleinen Kalkeinlagerungen; aus diesembesteht die breite Masse der Hohen Salve, südlich vom Kaisergebirge . DieseSchichten müssen wohl der Uebergangsformation zugerechnet werden, obgleich esmir an der Hohen Salve nirgends möglich war, Versteinerungen darin aufzufinden.Der Zug von Thonschiefer und Grauwacke steht in östlicher Kichtung in Verbin-dung mit dem änlichen Gesteine von Dienten und Werfen, in welchen unzweifel-hafte Petrefakte der Uebergangsformation, speciell des silurischen Systems aufge-funden wurden 2 .

2. Ueber dem Thonschiefer folgen hier im Norden ganz allgemein rothe

1) Es ist dies in Salzburg und dem östlichen Tirol die gewöhnliche Bezeichnung für kleinere undgrössere Gletscher.

2) Yergl. Murchison. On the geological structure of the Alps u. s. w. in Quarterly Journal of thegeol. society of London . Vol. V. p. 192; und F. von Hauer: Ueber die Gliederung der gescliichtetetenGebirgsbildungen in den östlichen Alpen und den Karpathen. Ber. der Wiener Acad. Febr. 1850.