l. A. 4. C.
Viertes Capitel.
Bestimmung der Mittagslinie.
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§. 42. Die Eigenschaften des Meridians, daß in ihm die Sterne ihre grösteund kleinste Höhe erreichen, daß er die Parallele so wie die Tag - und Nachzogenhalbirt, daß die Sterne in gleicher Entfernung von ihm an beyden Seiten gleiche Höhehaben, daß er Scheitel - und Stunden - Kreis zugleich ist, und daß man durch ihn diePolhöhe jedes Orts sehr leicht findet, machen die Bestimmung der Mittagsftäche zu ei-nem der wichtigsten und nothwendigsten Dinge für den Astronom.- Da man vermit-telst der Richtung der Schwere vertikale und horizontale Linien sehr leicht ziehn kann,so wird die Mittags-Fläche auf die einfachste Art bestimmt, wenn mau zwey Vertikal-Linicn, oder noch einfacher, wenn man eine Horizontal-Linie in dieser Ebne zieht. Einesolche Horizontal - Linie in der Ebne des Meridians, oder der Durchschnitt des Meri-dians mit dem Horizont, heist die Nntrags-Linie des Orts. Sobald man diese Liniegezogen hat, ist auch die vermittelst des Senkbleys durch dieselbe geführte Vertikal-Ebne,oder die Ebne des Meridians gegeben. Befestigt man mui eine körperliche gerade Liniehorizontal und senkrecht auf die Mittagslinie oder eine andre ihr parallele Linie, alsosenkrecht auf des Meridians Ebne, und' verbindet damit ein Fernrohr senkrecht, so daßeö sich um jene körperliche Linie als um eine Axe drehen kann, so durchlauft das Fern-rohr den ganzen Meridian, und man kann damit alle Sterne im Augenblick ihrer Kul-mination beobachten. Ein solches im Meridian befestigtes, und mit einem Quadrantenverbundnes Fernrohr, sollte auf jeder Sternwarte seyn, weil die Beobachtungen imMittagskreise die einfachsten und nützlichsten sind: man nennt es Passage-Instrument.Der Gebrauch desselben sezt eine genau gezogene Mittagslinie voraus; und wie mansie findet, zeigt dieses-Capitel.-
§. 4Z: Die verschiednen Methoden , die Mittagslinie zu finden, kann manunter zwey Haupt-Abtheilungen bringen, nachdem sie sich auf die Eigenschaft des Meri-dians grüirden, daß die Sterne in ihm am höchsten sind, oder daß sie in gleichen Ent-fernungen von ihm gleiche Höhe haben: die erstre Methode ist die einfachste, die andredie genaueste. Nach der erstem wäre weiter nichts nöthig, als den Stern um die Zeitseiner Kulmination mit dem Quadranten zu verfolgen, und genau zu beobachten, wennseine Höhe am grösten ist, oder wider' abzunehmen anfängt. Alsdenn ist der Quadrantin der Mittagsflache, und zwey^ vertikale Faden in der Ebne des Quadranten, gebenauf einer horizontalen Ebne die Mittagslinie an. Allein die Lage der Kreise auf einerKugel machen diese so einfach scheinende Methode fast ganz unbrauchbar. Man hatüberhaupt (§. Z8.) A ycofy—"—Austin-/cos/Z col^, folglich im Meridian, wo V
verschwindet, ^ — o. Dies zeigt 'sowol an, daß 1 hier den grösten und kleinsten Werthhat, als auch haß die Höhe sich nicht ändert, wenn gleich der Stunden-Winkel merk-lich ab- oder zunimt, oder der Stern sich merklich vom Meridian entfernt: daher dieseMethode gar keine Genauigkeit verspricht.
E z
§. 44.
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