48
Sphar. Astron.
§. 59. Da alle diese Methoden eine wirklich gemessene Höhe voraussetzen,so erhalt man dadurch nur die scheinbare Abweichung, wie sie von der Stralenbre-chung geändert ist: lind die deshalb nöthigen Verbesserungen können erst in der Folgeerklärt werden. Wegen dieser Ursache erfodert die Bestimmung der Lage der Firsterneund die Verfertigung eines Fixstern-Verzeichnisses, die vollkommensten Instrumente unddie mühsamsten Beobachtungen. Es wäre daher von großem Nutzen, wenn man dieAbweichung der Sterne, so wie oben die Polhöhe, ohne die Höhe selbst zu messen, undohne daß die Stralcnbrechung darauf Einflus hätte, finden könnte. In einem blostheoretischen Werke ist es nicht überflüssig, wenigstens die Möglichkeit eines solchen Ver-fahrens zu zeigen; und die oben bey der Polhöhe gebrauchte Methode mag hiezu dienen,ob sie gleich wegen der dabey nothwendigen großen Einschränkung, von keinem prakti-schen Nutzen ist. Wenn an einem Orte, dessen Polhöhe /Z bekannt ist, zwey Sternein I., 4 (8. Lig.), fast in gleicher Höhe beobachtet sind, und der Unterschied ihrer
Höhen — 6 mit dem Mikrometer gemessen ist, so hat mau /Z ——- ( §. 52.),
folglich — /Z — ^ 12: m. hinter einer andern Polhöhe 6', wo dieselben beydenSterne auf solche Art durch den Meridian gehn, daß der eine bey seinem untern Durch-gänge in v mit dem andern in 4 fast gleiche Höhe hat, sey der gemessene Unterschied
der Höhen — 4 ; so ist - 3 '- 90° —52.), also - 90" —/ 3 ' 4 -^ - n.Hieraus wird - n m -4 n - 92' -4 .2 — / 2'-4 —, und L — m — n - A -4 —
Die Aufsuchung zweyer Polhöhcn, bey denen dies zutrifft, macht diese Me-thode, wie mau leicht sieht, für zwey gegebene Sterne in der Praxis unbrauchbar. Al-lein bey der Menge von Oertern, wo heut zu Tage beobachtet wird, könnte man dieSache umkehren, und zwey entfernte Astronomen könnten gemeinschaftlich Sterne aus-wählen, die für die Polhöhen ihrer Sternwarten die erfodcrliche Abweichung haben:da es dann nicht nöthig ist, dieselben genau zu kennen, weil cl und 4 vcrschiedne Wer-the von —zch bis -4 haben können. Auf solche Art könnte man durch Veralei-chuna dieser so gefundenen Abweichungen, mit denienigen die durch wirklich gemesseneHöhen bestimmt sind, die Theorie der Stralenbrechung berichtigen. Eben dies würdeman erhalten, wenn man an jedem Orte blos diejenigen Sterne beobachtete, die dcmAenith bis auf 5° nahe kommen, weil in solchen Höhen die Skralenbrechnnocn ganz auf-hören oder doch mit Sicherheit bekannt sind. Hiezu wäre es also hinlänglich, wennauf dem ganzen Erdboden von 10^ zu 12° der Breite Sternwarten angelegt wären.Allein man wird im Abschnitt von der Stralenbrechung vcrschiedne sehr einfache Me-thoden kennen lernen, durch die man Polhöhe und Abweichung ganz unabhängig vonder Stralenbrechung finden kann.
§. 62. Gleichwie alle Methoden zur Bestimmung der Abweichung daraufberuhn, daß die tägliche Bewegung um eine unbewegliche Axe dem Aecmator parallelgeschieht: so gründen sich alle Beobachtungen der Rektaszenfion auf den wichtige., Satz
von