Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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8L Sphar. Astron.

§. ivs. Da es in der sphärischen Astronomie nicht auf die wahren, sondernauf die scheinbaren Bewegungen ankömmt, so ist es gleichgültig, ob man eine Bcwcgnngder Sonne um die Erde, oder dieser um jene annimt; indes ist es natürlicher, Pierder leztern Vorstellung zu folgen, von deren Wahrheit in der Folge die deutlichstenBeweise vorkommen werden. Doch ist es nicht nöthig, sich an eine von bcvden strengezu binden: man darf sich bald dieser bald jener bedienen, nachdem sich dadurch dieCache am deutlichsten vorstellen last. Nur mus hier vor allen Dingen bewiesen wer-den , daß beyde Bewegungen in der That gleiche Erscheinungen geben, oder daß diescheinbare Lange rmd Abweichung der Sonne gleiche Aendrungen leidet, welche von beyrden Bewegungen man annehmen mag; oder vielmehr es mus gezeigt werden, was füreine Bewegung der Erde um die Sowie angenommen werden müsse, damit eben die Er-scheinungen erfolgen, die man aus den Beobachtungen kennt. Da die scheinbaren Oer-ter der Sonne, so wie alle Punkte am Himmel, durch ihre Lage geaen die Fixsternebestimmt werden, so versteht es sich von selbst, daß diese Verwechslmig beyder Bewe-gungen nicht Statt finden kann, wenn man die Entfernung der Fixsterne nicht zugleichso grvs annimt,, daß die ganze Erdbahn kein merkliches Verhältnis dagegen hat; weilsonst allerdings aus der Bewegung der Erde andre Erscheinungen folgen würden, alsaus der Bewegung der Sonne. Diese migeheure Entfernung wird erst in der Folgebewiesen werden: hier kann man sie als eine bloße Hypothese ansetzn, durch die sich diescheinbare Bewegung am deutlichsten erklären last. Man mus sich also immer erinnern,daß alle Linien und Ebnen, die durch irgend einen Punkt der Erdbahn und durch die-selben Fixsterne gelegt sind,, einander parallel angenommen werden.

§. 106 ., Es sey (24. Fig.) B6 die Linie der Nachtgleichen,. und 8 dieErde, um welche die Sowie in der Linie LOH zu kaufen scheint. Indem dieSonne in 0 ist,, beobachtet man auf der Erde ihre Länge — B 8 L. Man verlangte0 8 bis 1, und ziehe ab- parallel mit B6; so ist ab, die aus der Erde gesehene Linieder Nachtgleichen„ wenn man die Erde in D annimt, die sich um die in 8 ruhendeSonne nach eben der Richtung 1WLO bewegt; auch ist alsdenn, die scheinbare Längeder Sonne 8,0 wie vorhin. Die aus der Sonne gesehene Länge der Erde

ist aber B 8 0 -s-0 8 O-s- O 8 D ^ 8. 0: die geozentrische Lange der Sonne

und die heliozentrische Länge der Erde sind also immer ego" von einander verschieden,so daß man eine aus der andern unmittelbar findet. Rückt nun die Erde aus 1nach t, so rückt der scheinbare Ort der Sonne 8 aus L nach c, oder ihre geozentrischeLänae ist nun «r 8 ^ 3 ^8, n a l 8.-s- l 8 t, folglich gewachsen um den Winkel

'I' 8 r L 8 e; und um eben diesen Winkel wäre sie gewachsen, wenn die Sonne

von 0 nach c um die in 8> ruhende Erde gegangen wäre.

§. » 07 : Wenn ( 2 c. Fig..) B 0 6 6 der Äquator, B 6 6 0 die Ekliptik,also ihr Durchschnitt B 6 ; die Linie der Nachteleichen, 6 OB die nördliche, B 66 diesüdliche Halste der Ekliptik ist: so sey die Sonne in 8 ,, die Erde in D über demAeqnawr erhaben. Man lasse aus D eine senkrechte Lina 'I' c auf die Ebne des Aequa-tors herab, und denke sich durch D eine dem Aeguacer parallele Ebne, auf welche aus

8 eine senkrechte Linie 8 ^ —l'r gezogen ist: so sieht man auf der Erde die Sonne

unter