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2. A. 7. C.
§. 126, Der Umlauf der Sonne im Aequator oder in der Ekliptik, nachwelchem sie wider gleiche Entfernung von den Acquinoktial-und Solstüial-Punkten er-reicht, ist die Ursache der für uns so merklichen und wichtigen Jahrszciten. Man nenntein solches Jahr, in dem die Sonne ihre Länge und Rektaszcnsion um z6o° ändert,das tropische Jahr, welches mit dem Stern-Jahre genau übereinkommen würde,wenn nicht das oben (§. 9;. folg.) erwähnte Zurückweichen der Äquinoktialpunkte dieLage der Sterne gegen den Äquator änderte. Um die Lange dieses JahrS zu bestimmen,braucht man nur dc Nachtgleichen, Sonnenwenden, oder jeden andern Punkt der Sonnen-bahn zu beobachten: die Zeit von einer Frühlings- oder Herbst-Nachtgleiche, von einerSommer-oder Winter-Sonnenwende, bis zur andern, ist ein tropisches Jahr. Daman nun die Zeit der Nachtgleichen und Sonnenwenden genau finden kann (Z. 121.),so hat man aus zwey solchen Zeiten die Länge des tropischen JahrS. Hier geben unsdie aus dem Alterthum aufbewahrten Beobachtungen der Nachtgleichen und Sonnen-wenden den Vortheil, die dabey unvermeidlichen kleinen Fehler, durch die Vergleichungneuer und alter Beobachtungen, völlig aufzuheben. Selbst die wegen der Bewegungder Sterne erfodcrlichen Korrektionen (§ 122. ioz.) können hier ganz entbehrt werden.Da die Rektaszenfiou der Sterne wahrend der Beobachtungen, durch die man die Nacht-gleichen bestimmt, sich nur etwa um 2^ ändern kann, so würde die Hälfte hievon 12"(§ 98), bc» der täglichen Bewegung der Sonne von i', in der Zeit der Nachtgleichehöchstens einen Fehler von 4 Minuten geben. Wenn also beyde Observationen, ausdenen man die Länge des Jahrs scbliest, 242 Jahre von einander entfernt sind, so wirdder Fehler nur 1 Sekunde betragen, und bey größern Zwischenzeiten ganz verschwinden.
tz. 127. Folgendes aus H de la Lande Astronomie genommenes Beyspielwird die Methode am besten erläutern. Im Jahr 146 vor der christlichen Zeitrechnung,beobachtete Hipparcb zu Alexandrien die Frühlings-Nachtgleiche, den 24 Märtz umn Uhr st Min. vor Mittage. Eben diese Nachtgleiche ward von Cassini zn Paris,im Jahr 173c den 21 Märh neuess Styls, um 2 Uhr 22 Min. 40 S. des Morgensbeobachtet. Dieses auf den Julianscheu Kalender, und den Meridian von Alexandrien,wonach die erste Beobachtung gemacht ist, reduzirt, gibt die Zeit der leztern Observation,den 12 Märtz 4 Uhr '2 Min. 26 S. Morgens. Es fehlten also noch 14 Tage 7 Stunden42 Min. I4 Sck. daran, daß diese Beobachtung mit der erstem auf denselben Tag desJulianschen Jahrs und dieselbe Tagszeit fiel. Die Zwischenzeit ist demnach 173c - 4 -14?oder i 38 o Juliansche Jahre weniger 14 Tage 7 St. 42 M. 34 S- Da nun ein JulianscheS
Jahr 36^ Tage enthält, so ist die Zwischenzeit 1 - (1880. 365-4-^—14)
—<7 St. 42 M. 34 S-), in welcher >882 tropische Jahre verflossen sind- Die Länge destropischen Jahrs wird also ^ n 365 Tage 6 St- weniger io M. 58 S- 12 T.
— Z6s Tage 5 St. 49 M. i S. ;o T Die geringe Bewegung der Sternekonnte mau hieben aus der Acht lassen, weil sie blos auf die durch die lczte Beobach-tung bestimmte Rektaszen'on der Sonne Einflus hat, sich also nicht anhäuft, sonderndurch die Vertheilung auf die große Anzahl der zwischen der ersten und lezten Beobach-tung verflossenen Jahre verschwindet. Es gibt hier aber andre Korrektionen, die nichtvernachlässigt werden dm fen, weil sie sich anhäufen. Sie können erst unten (Tb. §. 89.)erklärt werden; und da sie sämmtlich die Länge des Jahrs nur um wenige Sekunden
ändern',