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Sphar. Astron.
tz. 145. Unter allen astronomischen Perioden gibt es keine, die so kurz unddabey so gleichförmig ist, deren Wechsel einen so empfindlichen Eindruck auf die Sinnemacht, und einen so wichtigen Einflus auf die bürgerlichen Geschäfte hat: keine also,die zum allgemeinen Aeitmaaße geschickter ist, als die tägliche Umwälzung des Himmels,oder der Erde um ihre Axe. Man hat deshalb von je her den Tag zum Maasstabealler andern Zeiten gewählt, und die Astronomen haben aus guten Grünten diesesMaas des gemeinen Lebens beybehalten. Die Rotation der Weltkörper überhauptund der Erde besonders, ist die einzige himmlische Bewegung, die, so viel man bis icztweis, vollkommen gleichförmig ist. Sie ist daher auch noch jezt das einzige Maas, aufdas man endlich zurückkommen mus, wenn man vorn Schlage der Pendel-Uhr, odervom Fortrücken unsers Sonnen-Systems einen bestimmten Begrif haben will. DerAeqnator und alle Parallele gehn mit gleichförmiger Geschwindigkeit durch jeden Stnnsdenkreis: von der Kulmination eines Fixsterns oder jedes andern festen Punkts amHimmel, bis zur folgenden, vergeht jedesmal eine gleiche Zeit, die man den Srcrn-Tag nennt, und die zur Einheit bey allen Zeitmessungen sehr bequem ist. Man theiltdiesen Sterntag auf die gewöhnliche Art in 24 Stunden, und diese ferner in Minu-ten und Sekunden (H, 11z.). Jede Zeit, die durch Sterntage oder deren Theile aus-gedrückt wird, heist Scernzcir oder Zeit der ersten Bewegung (tempu8 /m/»» n.oL-'/r',-),nachdem man die tägliche Bewegung eines Fixsterns, oder eines Punkts im Acquarorzum Zeitmaaße anninit.
§. 146. Mit diesem Maaße liesse sich nun die Zeit auf folgende Art messen.Die Kulmination irgend eines Fixsterns oder Punkts im Aequator bestimmt den Anfang desTages, und der Stundenwinkel dieses Sterns den Theil des Tages, der bis zum Augenblickeiner Öbservation verflossen ist, und den man, wegen Gleichförmigkeit der täglichen Be-wegung, durch eine einfache Proportion findet Man müste also, um die Zeit einerBeobachtung anzugeben, zugleich den Stundenwinkel dieses Sterns oder seine Höhebeobachten, und daraus jenen berechnen. Allein tis ist mit unüberwindlichen Schwie-rigkeiten verbunden: denn nicht zu gedenken, wie beschwerlich es seyn würde, dieseBeobachtungen und Rechnungen jedesmal anzustellen, wie schwer, die Höhen mit derhiezu erfoderlichen Genauigkeit zu messen, und zwar mit der eigentlichen Beobachtung,deren Zeit bestimmt werden soll, genau in demselben Moment; so liegt noch ein wich-tiges Hindernis darin, daß jener Fixstern, der zur Ubr dienen soll, nicht immer sichtbarist. Die Astronomen waren daher von den ältesten Zeiten darauf bedacht, eine ähn-liche gleichförmige Bewegung durch Maschinen zu bewerkstelligen, deren Gang man mitder täglichen Bewegung verglich, und dadurch im Stande war, hinwiderum die Stern«zeit durch jene Maschinen zu messen. Die vollkommensten Maschinen dieser Art sind diePendel - Uhren, deren Erfindung die neuere Sternkunde einen großen Theil ihrer jetzi-gen Vollkommenheit zu verdanken hat. Die wesentlichste Eigenschaft der Uhren ist ihrgleichförmiger Gang, und es ist alsde.m gleichgültig, wie schnell oder langsam derselbeist; dock ist es bequemer, wenn eine ihrer Revolutionen mit der täglichen Umwälzungdes Himmels, oder einem alianown Theile derselben übereinkömmt. Man hat Ulmen,die so eingerichtet sind, daß sie zwev Revolutionen von 12 Stunden machen, oder 24Stunden in eben der Zeit zeigen, da des Aequatcrs dmch den Meridian gehn,
und