Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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3. A. I. §.

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und die man Sternklaren nennt. Der Punkt des Aequators, bey dessen Kulmina-tion die llhr ihre Stunden zu zählen anfangen, d. i. o oder 12 Uhr zeigen soll, ist zwarwillkührlich; aber man wird leichr von selbst auf den Frühlingspunkt oder O V verfal-len, von dem die Grade des Aequators gezahlt werden: und dis ist auch die gewöhn-liche Einrichtung dieser Uhren. Hienach findet man aus jeder Zeit, die die Uhr zeigt,den westlichen Stundenwinkcl des Frühlingspunkts, wenn man die Stunden der Uhrdurch i; multiplizirt; mithin den in diesem Augenblick kulminircnden Punkt desAcqu.rrors (redi» alcentio meciii cceli). Denn da der Voraussetzung gemäß, in 24Stunden z 6 o° des Aequators durch den Meridian gehn, so gehören is° zu i Stunde,rs" zu l Minute, und Is" zu I Sekunde; ferner i"'zu 4 Minuten, zu 4 Sekunden, rc.

§. 147. Wegen des Zurückwcichens der Aequinokti'al-Punkte, gebraucht einStern von einer Kulmination bis zur andern, immer etwas mehr Zeit als ein Punkt desAequators. Da man aber aus der bekannten Voreilung der Nachtgleichen, und dendanach berechneten Tafeln, für jeden Tag die zur Epoche des Sterns zu addirendeKorrektion, mithin die wahre Rektaszension des Sterns finden kann, so hat man hier-aus auch die Zeit seiner Kulmination. Es sey an einem gegebenen Tage die Rcktaszen-

fion des Sterns —f, und die Uhr zeige 0 bey der Kulmination von O"/: so mus sie^-

zeigen, wenn der Stern kulminirt. Ist z. B- ? — 27° gz" is", so wird die Zeit der Ubr —1 iLt. eo Min. sZ Cek. seyn. In den Beri. Tast (I- Band, S. 29z.) findet man die Ver-wandlung dieser Zeit in Bogen des Aequators, und umgekehrt. Es ist also in der Thatein Unterschied zwischen Sternzeit und Zeit der ersten Bewegung. die eine nach dem Ae-quator regulirte Uhr zeigt; er ist aber ganz unmcrklich. Die jährliche Voreilung derNachtgleichen ist — so", z ( §. 94.), und die Aendrung der Rektaszension der Sternekann, nach ihrer verfchiednen Lage gegen den Aequator, merklich geringer, nicht aberviel, größer seyn als so", so lange die Sterne dem Weltpol nicht sehr nahe sind.Wenn also die Uhr 6 Stunden zeigte, da der Stern knlminirte, so hat nach einemJahre des Sterns Rektaszension etwa um so" zugenommen. Diese 52" geben eineZeit von z, g Sekunden , um welche der Stern nach einem Jahre später kulminirenwird. Dieser Unterschied ist also nach einigen Monaten noch nicht merklich-

Zweytes Capitel.

Mittlere Sonnen-Zeit.

§. 148. Die Sternzeit ist wegen ihrer beständigen Gleichförmigkeit und ein-fachen Berechnung, ein für den Astronomen vollkommen hinreichendes Zeitmaas; und eswäre zn wünschen, daß man sich desselben in der praktischen Astronomie häufiger bediente.Für das gemeine Leben aber hat ein solcher Sterntag zu wenig in die Sinne fallendes:die Kulmination der Sterne ist für die bürgerlichen Geschäfte von keiner Wichtigkeit,

O 2 und